Planet Uni – ein fremder Ort

Mein erster Besuch in einer Vorlesung – oder: Wie ich durch die Uni irrte.

Heute war mein erster Unitag an der Uni Wuppertal. Als Seniorenstudentin betrat ich Neuland. Wobei „betreten“ etwas untertrieben ist. Ich habe erst einmal eine ganze Menge Gebäude durchquert.

Die jungen Leute sehen alle so gechillt aus. Sie laufen über den Campus, als hätten sie die Gebäude selbst entworfen. Vermutlich wissen sie sogar, wo sie hinmüssen.

Willkommen auf einem fremden Planeten

Ich dagegen durchquerte drei riesige Gebäude, bis ich endlich meinen Hörsaal gefunden hatte. Ich musste mich erst etwas durchfragen, bevor ich endlich meinen Hörsaal fand. Ich war platt und genervt, noch bevor die Veranstaltung überhaupt angefangen hatte.

Und dann saß ich da. Dritte Reihe. Als Erste.

Der Hörsaal war übersichtlich. Sehr übersichtlich. Geschätzt 30 Leute. Mit unauffälligem Verhalten würde das also schwierig werden.

Ich bin 61¾, man kann sich natürlich einreden, dass das niemandem auffällt. Aber ganz ehrlich: Alt fällt auf.

Ich fühlte mich auf einem fremden Planeten. Die Einheimischen schienen sich bestens auszukennen. Ich war froh, überhaupt den Hörsaal gefunden zu haben.

Biochemie? Aber bitte unter anderem Namen!

Auf dem Stundenplan stand „Metabolische Aspekte und Ernährung“.

Das klingt doch eigentlich ganz vernünftig. Ernährung interessiert mich, Stoffwechsel auch. Bis mir einfiel, dass es dabei womöglich um Biochemie gehen könnte. Und da habe ich keinen Plan mehr von.

Der Dozent erzählte, dass die Vorlesung früher schlicht „Biochemie“ hieß. Da kamen allerdings nur sehr wenige. Also hat man ihr offenbar einen attraktiveren Namen verpasst. Ob das hilft?

Eigentlich gehört dazu auch noch „Sportmedizin – Krankheitslehre 1“. Die Veranstaltung hat allerdings schon angefangen. Und die Klausur (ist für mich freiwillig) kann ich ohnehin nicht mitschreiben, weil mir das erforderliche Modul fehlt.

Man muss sich das mit dem Studium offenbar in Ruhe zusammensuchen. Vorlesungsverzeichnis durchforsten, Modulvoraussetzungen prüfen und herausfinden, welche Veranstaltungen überhaupt infrage kommen.

Na ja, eigentlich wollte ich nur ins Gym. Für Politikwissenschaft bin ich zwar eingeschrieben, aber das schaffe ich dieses Semester nicht mehr. Mir reicht das, was ich aktuell mache.

Ich saß jedenfalls in der dritten Reihe, mit meinem Emsa-Becher und einem Energy Drink. Für die Bildung war gesorgt. Nur die Powerbank hatte ich zu Hause vergessen.

Dafür hatte ich es immerhin ins Uni-WLAN geschafft. Man muss Prioritäten setzen.

Die Mensa – ein Abenteuer für sich

Nach der Vorlesung wollte ich etwas essen. Eine nachvollziehbare Entscheidung, sollte man meinen.

Drei Versuche brauchte ich, um den Eingang zur Mensa zu finden. Beim vierten klappte es endlich. Dazwischen war ich um das Gebäude herumgeschlichen, als würde ich einen geheimen Zugang suchen.

Irgendwann hatte ich es geschafft. Currywurst mit Pommes. Meine Belohnung.

Currywurst mit Pommes Mensa Uni Wuppertal

Allerdings musste ich dafür noch drei Treppen innerhalb des Gebäudes hinunter und später wieder hinauf. Der Ausgang lag schließlich am Berg.

Die Uni Wuppertal liegt nicht einfach irgendwo. Sie liegt so, dass man sich die Mensa offenbar erst verdienen muss.

Sport hatte ich heute genug

235 Stufen hoch zur Uni. Die Treppen in den Gebäuden habe ich gar nicht mitgezählt. Das war meine heutige Cardio-Einheit.

Das Gym habe ich übrigens auch gefunden. Nur weiß ich leider nicht mehr genau, wo es war. 🙈

Und jetzt?

Ich bin müde. Ich bin genervt. Und ich muss noch im Vorlesungsverzeichnis herumwühlen, um herauszufinden, welche Veranstaltungen für mich überhaupt interessant sind, welche Voraussetzungen gelten und wo die Veranstaltungen stattfinden.

Aber ich war dort. Ich habe meine erste Vorlesung besucht, mich durch die Gebäude gekämpft und meine Pommes bekommen.

Für den ersten Unitag reicht das eigentlich.

Morgen ist ein neuer Tag. Donnerstags findet die Einführung für Seniorstudierende statt. Vermutlich bin ich auch dabei – sofern ich das Gebäude, die Ebene und den Raum finde.

Vielleicht finde ich dann wenigstens den Ausgang auf Anhieb.

Hier schreibt

Ich bin SuMu, 61¾ und blogge hier seit 2006 über das, was mich gerade beschäftigt.

Über mein Leben, meine Depression, Intervallfasten, Essen, Natur, Tiere, Plasmaspenden und über den ganz normalen Wahnsinn.

Ich schreibe aus meiner eigenen Perspektive. Ich spreche also über mich und nicht stellvertretend für „man“, „wir“ oder die ganze Menschheit. 😉

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