Schlagwort: Depression

Depression, alles was dazu gehört

  • Typische Gedanken bei depressiven Menschen und was man dagegen setzen kann

    Negative Gedankenhilfreiche Alternative
    Alles-oder-nichts-Denken»Das wird nie mehr besser«
    »ich mache immer alles falsch«
    »Es gibt immer eine Veränderung. Warum nicht auch zum Besseren?«
    »Ich habe schon einiges in meinem Leben gut gemacht.«
    (z.B. Meisterprüfung geschafft; fünfköpfigen Haushalt geführt; Italienisch gelernt…)
    Übertreibende Verallgemeinerung
    »Das ging daneben. Ich bin und bleibe ein Tollpatsch.«
    »Dann ist der PC abgestürzt. ich kann einfach nicht mit Computern umgehen«
    »Das ging diesmal daneben. Aus Schaden wird man klug. Das nächste Mal wird es schon wieder klappen.«
    »Der PC ist abgestürzt, ich rufe mal einen Bekannten an, ich muss ja nicht alles können«
    Abwehr des Positiven
    »Das ist doch nichts Besonderes! Das kann doch jeder!«
    »Ja, aber früher ging mir alles viel schneller von der Hand!«
    »Dieser Kuchen (dieses Bild, dieser Brief) ist mir wirklich gut gelungen!«
    »Das ist mir schon wieder ganz gut geglückt. Allmähliche werde ich auch mein altes Tempo wieder erreichen.«
  • Automatische Gedanken bei Depressionen

    • sind für die Depression und das emotionale Befinden von zentraler Bedeutung
    • sind schnell ablaufend, stellen sich unfreiwillig ein
    • erscheinen in der Situation oft plausibel
    • laufen zwischen einem Ereignis und dem emotionalen Erleben ab
    • diese »blitzartigen« Gedanken sind bei Depressionen oft fehlerhaft, verzerrt und unangepasst
    • sind meist nicht bewusst, deshalb zu Beginn der Therapie kaum veränderbar, im Prozeß des Therapiefortschritts aber immer besser zu bearbeiten
    • drücken sich in Selbstgesprächen, Selbstinstruktionen, Interpretationen und Bewertung von Ereignissen, Phantasien, Gedanken der Vergangenheit, der Zukunft der eigenen Person u.s.w. aus

    Beispiele von automatischen Gedanken

    • »Das schaffe ich nie!« (wenn die Person vor einer Aufgabe, einem Problem steht)
    • »Ich bin halt ein Versager« (wenn etwas schief ging)
    • »Wo soll ich bloß hinschauen« (in einer Situation, in der der Patient angeblickt wird)
  • Arten der Depression

    Einteilung der Depression nach …
     Art und Anzahl der Symptome dem Verlauf dem Vorliegen anderer Probleme
    Leichtgradige Depression
    (Mit oder ohne somatische Merkmale)
    Einzelepisode einer Depression
    (die erste und einzige Episode dieser Art)
    Manie oder bipolare Störung
    (es gibt auch Zeiten mit übersteigerter Erregung und Hochstimmung, die Probleme macht)
    Mittelgradige Depression
    (mit oder ohne somatische Merkmale)
    Wiederkehrende Depression
    (es gab schon früher einmal derartige Episoden)
    Schwergradige Depression
    (Mit oder ohne psychotische Merkmale)
    Dysthymie
    (in milderer Form sind die Beschwerden schon seit Jahren da)
    Körperlich bedingte Depression
    (die Depression begann im Zusammenhang mit einer körperlichen Erkrankung oder der Einnahme eines Medikaments)
  • Meine Erfahrungen mit Depression, Sex und Antidepressiva

    Depression und Sex?

    Mit Zunahme der depressiven Symptomatik kann man auch das Interesse am Sex verlieren. (Bei mir war das zumindest so)

    Eine Depression beeinträchtigt das Gesamtsystem Mensch, betroffen ist hierbei aber auch der Antrieb, der sich in Aktivität äußert und Energie erfordert. In schweren depressiven Phasen zieht man sich sozial zurück, will niemanden sehen, mit keinem Reden und mag auch keine körperliche Nähe, wie z.B. Umarmungen. Auch kann es sein, das einem das Küssen des Partners, sei es nur ein einfacher morgendlicher Begrüssungskuss auf den Mund, zu wider ist. Man will nicht mehr angefasst werden, man will den anderen nicht mehr anfassen…Man mag sich nicht mehr, weil man depressiv ist und nichts schafft. Leider kann man sich immer weiter in diese negative Gedankenspirale hineinsteigern. Auch hat man keine Kraft, dem Partner das alles zu erklären…und unter Umständen kommt es auch dadurch zu Streitigkeiten.

    Depression, Sex und Antidepressiva?

    Hat man nun (nach langem Suchen und Testen) endlich ein Antidepressivum für sich gefunden, das etwas wirkt, kann die sexuelle Lust wieder kommen.
    Leider beeinträchtigen fast alle Antidepressiva die Libido. Bei Männern können Erektionsprobleme auftreten, während Frauen Schwierigkeiten haben, zum Orgasmus zu kommen.
    Mit meinem aktuellen Antidepressivum Fluoxetin ist es so, dass ich seit einigen Wochen, wieder vermehrt die Nähe meines Partners suche, ich fasse ihn öfters an und bin sogar teilweise etwas anhänglicher. Auch habe ich leider festgestellt (ich wollte ja wissen, ob ich wenigstens einen Orgasmus haben könnte, wenn ich denn Lust auf Sex oder Selbstbefriedigung habe), dass ich mit 40 mg Fluoxetin leider keinen Höhepunkt habe und mich somit auch nicht wirklich Lust auf Sex haben werde…

    Tja, man kann eben nicht alles haben…

    Somit muss man abwägen, was einem erst mal wichtiger ist, weniger depressiv mit einem Antidepressivum, aber keinen Orgasmus oder aber andere Antidepressiva testen, mit denen man Spaß am Sex haben kann. Da ich schon länger schwer depressiv bin und schon viele Antidepressiva erfolglos ausprobiert habe, ist es mir jetzt nur wichtig, etwas Antrieb zu bekommen und langsam versuchen etwas mehr zu leben und nicht mehr nur zu überleben.