Liebe Depression, liebe Dysthymie

Wie intensiv ihr doch mein ganzes Leben begleitet …
Ihr hängst wie eine Klette an mir und weicht nicht von meiner Seite – so bin ich nie alleine …

In den letzten 12 Jahren ist mir unser inniges Verhältnis bewusst geworden und ich habe versucht, im Rahmen meiner eingeschränkten Möglichkeiten, euch entgegenzutreten!

Ich war sehr motiviert, habe eine drei Jahre dauernde ambulante Therapie gemacht, in denen ich stabil (und normal scheiße drauf war), allerdings mein ganzes Leben in Frage gestellt und hinterfragt habe. Leider war diese Hinterfragen und Bewusstmachen nicht wirklich für eine positive Stimmung förderlich.

Viele Medikamente (Antidepressiva) ausprobiert, deren Nachwirkungen ich leider immer noch, in Form von ca. 10 kg Gewicht zu viel auf den Rippchen, mit mir herumschleppe …

Ihr habt meinen sozialen Abstieg eingeleitet, herzlichen Dank, das vergesse ich euch nie! Ja, ich bin da doch sehr nachtragend!

Habe mich 8 Monate auf einer Depressions-Fachstation aufgehalten …

In meinem geliebten Blog, versuche ich, unser Zusammenleben zu dokumentieren und mich auch teilweise von meinen Gedanken abzulenken, mich und euch noch besser kennen zulernen, was sogar oft funktioniert.

Ich bin von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr um depressive Erfahrungen reicher geworden, das ist durchaus mit einem erheblichen Kraftaufwand meinerseits verbunden.

Ich bin jetzt zwar mit reichlich depressiver Erfahrung versorgt, was mir aber nicht wirklich weiter hilft.

Alleine die Vorstellung, wenn ihr mich weiterhin begleitest …, wenn ich nur schon daran denke!

So abwegig ist das ja nicht, da ihr mich ja schon sehr lange begleitest, allerdings ist es zum Glück so und zum Überleben enorm wichtig, dass ihr Schwankungen in der Ausprägung/Stärke der depressiven Phase habt.

Was natürlich die Hoffnung auf Besserung in mir schürt und am Leben hält!
Seht ihr, genau diese Schwankungen, machen euch schwächer und ich bin mittlerweile zwangsweise sehr geduldig geworden.

Ich hege ja insgeheim immer noch die Hoffnung, irgendwann mal zumindest hypo manisch zu werden (träum …).

Susanne

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