Kategorie: Depression

Leben mit Depression.

  • Wenn die Krankenkasse den Patienten zum Gespräch einlädt

    Ich habe gestern eine Email erhalten mit der Frage : ein Krankenkassen-Mitarbeiter habe zum Gespräch eingeladen, ob man denn dahin müsse.

    Nein, warum auch? Ich rede doch nicht mit einem Sachbearbeiter der Krankenkasse über mich, mein Befinden und meine Erkrankung. Dafür ist mein Psychiater zuständig!

    Da ich mit meiner alten Krankenkasse  vor Jahren bei meiner langen Arbeitsunfähigkeit ständig Probleme hatte (Krankengeld kam sehr unpünktlich, Stress mit dem MDK) verkehre ich mit Krankenkassen nur noch schriftlich.

    Es gibt ja Krankenkassen Mitarbeiter, die nerven telefonisch mit der Frage, wann man wieder arbeiten gehe

    Von meiner neuen Krankenkasse, habe ich bisher viel Gutes gehört und gelesen, das war auch ein Grund, endlich dorthin zu wechseln.

  • Escitalopram: Meine Erfahrungen

    Escitalopram: Meine Erfahrungen

    Escitalopram (Wirkstoff), ein Antidepressivum, welches bei Depressionen und Angsterkrankungen verschrieben wird, habe ich schon mehrmals für einige Monate genommen und dann wieder abgesetzt, weil ich wissen wollte, wie mein Befinden ohne Medikament ist. Ich nehme es immer dann, wenn es mir sehr schlecht geht, es stabilisiert mich dann und bringt mich durch die Krise.

    Wirkung von Escitalopram

    Eine große Wirkung bemerke ich bei keinem AD, bei mir wirken die nur sehr gering bis kaum. Ich bin schon froh, wenn ich damit etwas entspannter bin und mich um meine Dinge kümmern kann.

    Mir macht meist der Übergang von der hellen zur dunklen Jahreszeit zu schaffen.

    Wenn man oft auf Nebenwirkungen reagiert, ist es ratsam (bei der ersten Einnahme) mit Escitalopram Tropfen zu beginnen, später dann die Tabletten. Die Tropfen lassen sich in geringerer Dosis leicht dosieren und vermindern die möglichen Nebenwirkungen.

    Nebenwirkungen von Escitalopram

    Meine Nebenwirkungen bei der ersten Einnahme, bei erneuter Einnahme deutlich weniger/geringer:
    Schwindel, Übelkeit, trockener Mund, leichte Kopfschmerzen/Kopfdruck, leichter Schwindel beim Aufstehen (Positionswechsel), Schnupfen – nachts verstopfte Nase, tagsüber leicht laufende Nase. Leichte Sehstörungen (gestörte Anpassung an Nah-und Weitsehen), Tagesmüdigkeit, Gelenkschmerzen.

    Dosierung von Escitalopram

    Ich habe auch schon mal 20 mg Escitalopram genommen, aber keinen Unterschied zu 10 mg oder 5 mg gemerkt. Deshalb ist meine Dosis 2.5 mg oder 5 mg.

    Bei der ersten Einnahme verringerten sich die Nebenwirkungen nach ca. 2 Wochen. Bei jeder Erhöhung hatte ich sie wieder.

    Mein Schlafverhalten war für mich wie immer, ich kann Escitalopram auch abends vor dem Schlafen nehmen.

    Mit Escitalopram habe ich einige Male etwas an Gewicht zugenommen, allerdings bei der letzten Einnahme (Dezember 2014) einige Kilos verloren. Das war das erste Mal. Vermutlich war mein Stresspegel viel zu hoch.

    Wenn ich Escitalopram nehme, mag ich keine Milch mehr, besonders nicht in meinem Kaffee. Warum das so ist, weiß ich nicht.

    Da ich viele AD ausprobiert habe, mir bisher aber nur Escitalopram in Krisen etwas geholfen hat, werde ich es immer dann nehmen. Dauerhaft möchte ich kein AD nehmen, weil diese Pillen nur gering wirken. Hätte ich eine Pille mit der ich «gut drauf» wäre, dann würde ich mir das überlegen ;-). Aber die gibt es für mich nicht.

    Das hessische Ärzteblatt berichtet über dosisabhängige kardiovaskuläre Nebenwirkungen bei Escitalopram (Handelsname: Cipralex) und Citalopram.
    Vorsicht ist angebracht bei Vorerkrankungen und älteren Menschen.
    Den Beipackzettel findet man im compendium.ch.

  • Bluttest kann Wirkung von Antidepressiva vorhersagen

    Antidepressiva helfen nicht jedem Menschen, bei manchen Patienten wirken sie gar nicht oder nur sehr gering.

    Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Universitätsmedizin Mainz haben nun Hinweise dafür gefunden, wie sich der Effekt von Antidepressiva per Blutuntersuchung vorab klären lässt. […] (idw)

    Bevor der epigenetischen Marker routinemäßig für Patienten eingesetzt werden kann, müssen die Ergebnisse in unabhängigen Patientengruppen bestätigt werden.

  • Berichterstattung: Antidepressiva sind keine Glückspillen


    DGPPN: Bei Antidepressiva handelt es sich um verschreibungspflichtige Medikamente, die für die Heilbehandlung einer schweren Erkrankung eingesetzt werden – und die nach strenger Indikationsstellung verordnet werden sollten. Sie bewirken kein „Glück“, stattdessen beseitigen oder mindern sie die Krankheit „Depression“. Damit ermöglichen sie es Menschen mit depressiven Erkrankungen sich aus negativen Gefühlen und Hoffnungslosigkeit zu befreien, um wieder positive Gefühle empfinden zu können. Bei Gesunden werden keine positiven Gefühle induziert. Antidepressiva lapidar als „Glückspillen“ zu bezeichnen, verharmlost das Leiden der Betroffenen.

    Stellungnahme der DGPPN zur ARD-Reportage „Gefährliche Glückspillen – Milliardenprofite mit Antidepressiva“:

    Die Sendung hat in Deutschland ein großes Medienecho ausgelöst und viele Patientinnen und Patienten, die mit Antidepressiva behandelt werden, erheblich verunsichert. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) nimmt dies zum Anlass, um über die Chancen und Risiken der Behandlung von Depressionen mit SSRI aufzuklären.