Schlagwort: Medikamente

  • Leicht reizbar,durch Fluoxetion,Lamotrigin u. L-Thyroxin?

    Umgangssprachlich würde ich mich selber momentan als recht ätzend bezeichnen.

    Ich habe das Gefühl das ich phasenweise leicht reizbar bis aggressiv bin, ich frage mich, ob das an meinem Medikamenten-Cocktail, bestehend aus Fluoxetin, Lamotrigin und L-Thyroxin liegen könnte…

    Ich habe ja etwas Antrieb, mein Zustand ist etwas besser als ohne Medikamente. Ich nehme Fluoxetin jetzt ja schon einige Monate, ich bin tagsüber müde, habe Antrieb und bin aber auch leicht reizbar.

    Ich schlafe nachts immer noch in Etappen …

    Ich hoffe mal, dass meine Explosivität nicht noch zunimmt, auch bin ich total unzufrieden, weil ich genau genommen, immer noch nichts auf die Reihe bekomme. Gut, ich gehe einkaufen, mache den Haushalt, lege mich momentan sehr gerne mit anderen an, aber im Endeffekt ist das wenig effektiv bzw. bringt mich nicht wirklich weiter.

    Ehrlich gesagt habe ich überhaupt keine Lust mit meiner Depression sehr alt zu werden. Wenn ich dann noch lese, dass “die Lebenserwartung der Deutschen gestiegen ist“ (n-tv.de), könnte ich kotzen, noch länger mit diesem Scheiß leben?
    Ich suche meine Erleuchtung, wie lange soll ich noch suchen und versuchen, dass es mir besser geht?

    Ich kann mich auch nicht entscheiden, ob ich noch mal eine Psychotherapie machen soll…

    Übrigens, ich suche immer noch einen Experten, der mich heilt, leider hat sich niemand bei mir beworben… Vielleicht gibt es ja auch solche Fachleute nicht.

    Ich gebe zu, mein Anspruch auf Heilung, ist zu groß, mir würde es ja reichen, wenn meine Stimmung sich bessern würde!

  • Zwischenbericht: 5 Monate Fluoxetin

    Seit dem 21.März 2007 nehme ich jetzt 20 mg Fluoxetin, mittlerweile immer morgens ein.

    Aufgrund von Schwankungen im Antrieb, erhielt ich dann noch Lamotrigin als Stimmungsstabilisator dazu. Von Lamotrigin habe ich nur in den ersten Tagen etwas Kopfschmerzen gehabt, war aber nicht so wild. Mein Antrieb ist etwas vorhanden und auch stabil.

    Nebenwirkungen habe ich eigentlich keine mehr, aber der anfängliche Appetitverlust durch Fluoxetin, welcher mich 9 kg meines Gewichtes verlieren lies, ist scheinbar nicht mehr vorhanden, was ich auch sehr bedauere. Mein Gewicht ist seit 4 Wochen konstant, ich befürchte aber, dass mein Gewicht langsam wieder nach oben geht, was ich auf gar keinen Fall tolerieren würde!

    Ich habe immer noch 10 kg zuviel auf den Rippchen.

    Mein Schlafverhalten ist auch recht seltsam, ich werde so alle 1.5 bis 2 Stunden wach, ich schlafe nie durch, vermutlich wäre das auf Dauer auch nicht so gesund.

    Leider wirkt sich kein Medikament auf meine Stimmung aus, die wie bisher unverändert mies, nicht vorhanden, einfach bei Null ist.
    Lässt sich schwer in Worte fassen, für Menschen, die so etwas nicht kennen.

    Ich kann sagen, mit diesem Medikamenten-Cocktail geht es mir etwas besser als (vorher) ohne. Ich habe etwas mehr Antrieb, gehe wieder selber einkaufen, mache den Haushalt etc. Aber es reicht leider noch lange nicht!

    Es fehlt die gute Stimmung, die das Leben lebenswert macht. Die soziale Situation verbessert sich, aber mir geht es nicht besser, was mich auch total ankotzt und was ich auch nicht mehr tolerieren kann, weil so ein Leben einfach keinen Spaß macht und nicht lebenswert ist.

  • Meine Erfahrungen mit Lithium

    Was ist Lithium?

    Lithiumsalze findet man in Mineralien, Pflanzen und in sehr geringer Menge auch in den menschlichen Organen.
    Es wird schon seit Jahrzehnten in der Medizin -gegen und zur vorbeugenden (Prophylaxe) Therapie bei bipolar-affektiven Störungen (Manie / Depression) – und der Depression eingesetzt. Lithium ist ein bewährtes Medikament in der Behandlung krankhafter Stimmungsschwankungen.

    Heute wird es auch u.a. zur Langzeitbehandlung bei rezidivierenden (wiederkehrenden) depressiven Phasen eingesetzt. Neue depressive Episoden sollen seltener und kürzer auftreten.

    Ähnlich wie Lithium wirken auch Carbamazepin, Valproinsäure und Lamotrigen.

    Regelmäßige Blutuntersuchungen während der Behandlung mit Lithium

    Während der Behandlung mit Lithium muss der Lithiumspiegel im Blut gemessen werden, damit die persönliche Lithiumdosis ermittelt werden kann.

    Der Plasmaspiegel darf eine Konzentration von 1,2 mmol/l in der Regel nicht überschreiten, da sonst ernsthafte Nebenwirkungen drohen.

    Lithium sollte abends eingenommen werden, damit man die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen, einfach verschlafen kann. Vorab sollten auch die Schilddrüse und Nieren mittels Labor untersucht werden.
    Lithium kann einen Anstieg von TSH bewirken und auch selten eine Schilddrüsenunterfunktion.

    Lithium: (Handelsname u.a. Quilonum ®,Hypnorex®)
    Ausführliche Informationen zu Lithium findet man im Beipackzettel – für Fragen, ist der Psychiater da…

    Ich habe Lithium auf der Depressions-Fachstation bekommen

    Ich begann abends mit 225 mg Lithium (eine halbe Tablette Quilonum-450 mg), die Dosis wurde ca. alle 6 Tage um 225 mg Lithium gesteigert, auch wurde mir einmal pro Woche Blut abgenommen. Die Lithium-Einnahme wurde dann auf morgens und abends aufgeteilt.

    Ich fühlte mich müde und schlapp.
    Bei einer Dosis 1 Tablette Lithium morgens und 1 Tablette Lithium abends (=900 mg Quilonum), hatte ich einen Lithium-Spiegel von 0.4 mmol/l.
    Lithium wird bei mir sehr schnell verstoffwechselt.
    Einige Mitpatienten haben bei einer Dosierung von 1 Tablette abends und einer halben Tablette morgens (=675 mg) schon einen weit höheren Wert.

    Meine Nebenwirkungen mit Lithium in der Kombination mit anderen AD

    Meine Lithium-Dosis wurde langsam auf 1.5 Tabletten Quilonum morgens und 1.5 Tabletten Quilonum abends erhöht.
    (Lithium-Spiegel zwischen 0.6 und 0.8 mmol/l)

    Ich war sehr unzufrieden mit der Lithiumbehandlung, leider habe ich erheblich an Gewicht zugenommen (obwohl ich viel Sport machte und mich vernünftig – laut der Ernährungsberaterin – ernährt habe)…

    Dazu kam dann noch Verstopfung, Durst, extrem trockene Hände, Tagesmüdigkeit, Wassereinlagerung und Zittern. Natürlich habe ich Muvicol gegen die chronische Verstopfung und einen Betablocker (Dociton) gegen das Zittern erhalten.

    Schon wieder neue Medikamente gegen die Nebenwirkungen.
    Dociton verursachte bei mir ein Hautekzem…

    Aufgrund der bei mir heftigen aufgetretenen Nebenwirkungen (besonders die stetige Gewichtszunahme, zittern), werde ich Lithium nicht mehr nehmen.

    Aber, wie das mit den Psychopharmaka eben so ist, sie wirken bei jedem Menschen anders, also ausprobieren. Vielleicht hilft es euch ja.

  • Häufige Nebenwirkungen von Antidepressiva

    Bei der Einnahme von Antidepressiva treten anfangs häufig Nebenwirkungen auf, die sich aber in der Regel nach einigen Wochen deutlich vermindern oder ganz verschwinden. Man sollte auch keine Angst vor den sehr vielen Nebenwirkungen haben, die im Beipackzettel der Medikamente aufgeführt werden.

    Kein an Depressionen Erkrankter bekommt alle Nebenwirkungen!

    Damit die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen anfangs so gering wie möglich bleiben, ist es sinnvoll die Antidepressiva langsam hochzudosieren (Einschleichen) und auch genauso langsam (hängt auch von der Dauer der Einnahme ab) schrittweise nach Absprache mit dem Arzt und nach dem eigenen Befinden zu reduzieren (Ausschleichen).

    Hierbei sollte man genau auf sein Befinden achten, jeder Mensch reagiert anders auf ein Antidepressivum, auch empfindet er die aufkommenden Nebenwirkungen/Wirkung unterschiedlich.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, das bei mir Antidepressiva nach 4 bis 8 Wochen wirken oder auch eben nicht, was mich dann veranlassen würde, dieses Medikament abzusetzen.

    Einige Patienten erfahren die aufhellende Stimmung auch schon nach ca. 2 Wochen.
    Bei mir wirkt sich ein Antidepressivum kaum auf die Stimmung aus, sondern wenn, dann auf meinen Antrieb, was ich mir auch erwünsche. Da ich eine u.a. eine chronische Depression (Dysthymie) habe, ist meine Stimmung eh immer gedrückt, ich kann sie auf keinen Fall als annähernd gut beschreiben.

    Meine Nebenwirkungen der verschiedenen Antidepressiva

    Mein aktuelle Antidepressivum Fluoxetin verursachte anfangs deutliche Nebenwirkungen, wie z.B. kaum Appetit, leichte Übelkeit, Müdigkeit , Muskelschmerzen und starker Schwindel, sind nach ca. 4 Wochen fast verschwunden.

    Von meinem »Stimmungsstabilisator« Lamotrigin hatte ich die ersten paar Tage und immer wenn ich etwas hochdosiert habe, leichte Kopfschmerzen und Schlafstörungen, die immer noch vorhanden sind, sich aber deutlich gebessert haben.

    Fluoxetin ist bisher das einzigste Antidepressivum von dem ich nicht zugenommen, sondern langsam abgenommen habe, was mir natürlich sehr entgegenkommt, da ich während meines Klinikaufenthaltes 2006 ca. 10 kg zugenommen habe, was überwiegend an den alten (aber bewährten) Trizyklischen Antidepressiva (Nortriptylin, Maprotilin in Verbindung mit Quilonum (Lithium) gelegen hat.

    Lithium gehört auch zu den sogenannten »Stimmungsstabilisatoren«, welches ich aber nie wieder nehmen würde, da es bei mir heftigste Nebenwirkungen verursacht hatte, die auch nach Monaten nicht verschwanden.

    Meine Nebenwirkungen von Lithium:
    Müdigkeit, Wassereinlagerung, Gewichtszunahme, Zittern und Verstopfung.

    Oft auftretende Nebenwirkungen von Antidepressiva

    Mundtrockenheit (dagegen hilft Kaugummi kauen), Sedierung, Unruhe, Kreislaufstörungen mit Blutdruckabfall, Störungen der Sexualfunktion (Libidostörungen), Koordinationsstörungen, Schwitzen, Sehstörungen, Magen- Darm-Probleme, Verstopfung, Zittern, Kopfschmerzen, Schlafstörungen.

    Die modernen Antidepressiva sollen nebenwirkungsärmer sein, verursachen in der Regel keine Gewichtszunahme, aber auch hier gibt es seltene individuelle Unterschiede.

    Von den älteren Trizyklischen Antidepressiva, ist eine potentielle Gewichtszunahme wahrscheinlicher. Herzrhythmusstörungen können auftreten, unabhängig davon, wird in der Psychiatrie, regelmäßig das Blut untersucht und auch ca. alle 4 bis 6 Wochen ein EKG gemacht.

    Wie bemerkt man, das ein Antidepressivum wirkt?

    Man muss geduldig sein, Antidepressiva müssen regelmäßig (täglich) eingenommen werden und sie wirken erst nach einigen Wochen, da sich erst ein sogenannter Medikamentenspiegel aufbauen muss.

    Antidepressiva sind auch keine Glückspillen, die man sich mal eben einschmeißt und nach einigen Wochen von der Depression geheilt ist oder man auf »Wolke 7 schwebt«. Das ist eine Illusion. Eine Depression zu bekämpfen dauert seine Zeit und der Erkrankte sollte und muss sehr geduldig sein, auch sollte er, sobald er sich in der Lage fühlt, eine Psychotherapie machen.
    Keine Angst, wenn ein Antidepressivum nicht wirkt, es gibt genügend Auswahl und Kombinationsmöglichkeiten u.a. mit Neuroleptika, man benötigt nur sehr viel Ausdauer!
    Ich habe selber schon sehr viele Antidepressiva ausprobieren müssen …

    Ich habe nach einigen Wochen eine kleine Antriebssteigerung bemerkt auch habe ich das Gefühl, dass es mir mit meinem Medikamentencocktail etwas besser geht als ohne.

    Wie lange sollte man ein Antidepressivum nehmen?

    Das hängt natürlich vom Einzelfall ab, ob es sich um die erste depressive Episode handelt oder ob man schon zwei oder mehrere depressive Phasen durchlebt hat.

    Auch wenn sich durch die Einnahme von Antidepressiva, die depressiven Symptome gebessert haben oder sogar verschwunden sind, sollte man Medikamente (häufig) in geringerer Dosis weiter nehmen, damit man vor einem Rückfall (Rezidiv) geschützt ist.

    Bei einer ersten depressiven Episode nimmt man die Antidepressiva ca. 3 bis 6 Monate, bei einer rezidivierenden Depression (wiederkehrende depressive Phase) durchaus bis zu 12 Monaten und auch sehr viel länger. Oft wird dann das Antidepressivum mit einem »Stimmungsstabilisator« kombiniert.

    Dieser Artikel beruht auf meinen eigenen Erfahrungen. Für genauerer Informationen fragen sie ihren Psychiater!