Meine Antidepressiva, Wirkung und Nebenwirkungen

Folgende AD habe ich bisher ausprobiert:

Fluvoxamin (Wirkstoff), Handelsname u.a. Fluvoxamin-Neuraxpharm®

Von Fluvoxamin habe ich ca. 10 kg zugenommen und deshalb abgesetzt, das war aber das einzige AD, welches bisher bei mir gut gewirkt hat.
Damit war ich fast schon »auf Wolke 7«. So gut war ich noch nie drauf.
Fluvoxamin hat bei erneuter Einnahme (12 Monate später) nicht mehr gewirkt.

Venlafaxin (Wirkstoff), Handelsname u.a. Trevilor®

Meine Erfahrungen mit Venlafaxin waren nicht positiv, es hat leider meine negativen Gedanken zu sehr unterstützt. Nebenwirkungen, wie z.B.: Schlafstörung, Schwitzen, feuchte Hände, ich lief rum wie »besoffen«, hatte sehr große Pupillen, kaum Appetit (Gewichtsabnahme), leichte Erhöhung des Blutdrucks, machte bei mir nichts, da ich eher einen niedrigen Blutdruck habe.

Sertralin (Wirkstoff), Handelsname u.a. Zoloft®

Hat bei mir nicht gewirkt, auch habe ich keine Nebenwirkungen verspürt.

Moclobemid (Wirkstoff), Handelsname u.a. Aurorix®

Hat bei mir weder eine Wirkung noch Nebenwirkungen verursacht.

Reboxetin (Wirkstoff), Handelsname u.a. Erdronax®

Verursachte heftige Verstopfung und keine Wirkung.

Duloxetin (Wirkstoff), Handelsname u.a. Cymbalta®

Duloxetin verursachte in der Dosierung 30 mg keine Nebenwirkungen, eine Dosissteigerung bis 60 mg brachte bei mir keine Änderung. Meine negativen Gedanken waren aber damit unter Kontrolle.

Escitalopram (Wirkstoff), Handelsname u.a. Cipralex®

Von Escitalopram war ich einige Tage etwas aufgedreht, danach habe ich keine Wirkung/Nebenwirkung mehr verspürt. Das AD habe ich 2006 mit verschiedenen anderen Medikamenten auf der Depressions-Fachstation bekommen. Wie es allein gewirkt haben könnte, konnte ich nicht feststellen. 2010 teste ich es noch mal, aber als alleiniges AD.

Nortriptylin (Wirkstoff), Handelsname u.a. Nortrilen® u. Lithium (Wirkstoff), Handelsname u.a. Quilonum®

Nortriptylin verursachte in Verbindung mit Lithium (wird als sog. Stimmungsstabilisator eingesetzt) eine stetige Gewichstzunahme, Wassereinlagerung, Zittern, leichte Aggressivität. Dagegen gab es dann auch wieder andere Medikamente. Lithium hat etwas gewirkt, aber diese Nebenwirkungen sind für mich nicht ertragbar.

Maprotilin (Wirkstoff), Handelsname u.a. Ludiomil®

Das ist auch ein älteres Antidepressivum, wie Nortriptylin, Eine Wirkung/Nebenwirkung ist mir nicht aufgefallen, allerdings bekam ich eine leichte EKG-Veränderung und somit sind die Trizyklischen Antidepressiva nichts für mich.

Trimipramin (Wirkstoff), Handelsname u.a. Stangyl®

Hat bei mir nur bewirkt, dass ich besser schlafen konnte, keine Veränderung der Stimmung und des Antriebs.

Lamotrigin (Wirkstoff), Handelsname u.a. Lamictal®

Dieses Medikament ist auch ein Stimmungsstabilisator, in den ersten Tagen hatte ich leichte Kopfschmerzen und Schlafprobleme. Nachdem ich Lamotrigin nur noch morgens genommen habe, konnte ich besser schlafen.

Fluoxetin (Wirkstoff), Handelsname u.a.
Fluoxetin-Biomo®

Meine Erfahrungen mit Fluoxetin waren und sind etwas positiv, Fluoxetin wirkt sich leider überhaupt nicht auf meine Stimmung aus, nur auf meinen Antrieb, aber das ist zumindest besser als nichts.

Mein aktueller Medikamentencocktail, bestehend aus dem Antidepressivum Fluoxetin, dem Stimmungsstabilisator Lamotrigin und dem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin verschaffen mir etwas Antrieb, zumindest geht es mir etwas besser als ohne diese Medikamente.

Imipramin (Wirkstoff), Handeslname u.a. Imipramin-neuraxpharm®, Tofranil®

Imipramin ist ein älteres (trizyklisches) Antidepressivum. In den ersten Wochen hatte ich heftigen Schwindel und war tagsüber sehr müde. Ich fühlte mich schon heftig benebelt/benommen. Es hat mich etwas stabilisiert, allerdings auch nicht meine Stimmung positiv verändert. Gewichtszunahme ca. 3 kg.

Bupropion (Wirkstoff), Handelsname Elontril®

Beginn der Einnahme von Bupropion 30. Juni 2008 und momentan 300 mg täglich. Nur die ersten 3 Tage etwas Kopfschmerzen, keine Gewichtszunahme, etwas mehr Antrieb. Keine Störung der Sexualität.

ABILIFY ® (Wirkstoff: Aripiprazol)

Abilify ist ein atypische Neuroleptikum und darf seit kurzem auch für Depressionen eingesetzt werden. Anfängliche heftige Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen und Verstopfung, Schlafstörung. Kann man abschwächen, wenn man mit geringer Dosis anfängt und auch nur langsam hochdosiert.

Abilify® und Elontril®

Ich nehme (seit dem 11.09.2008) 7.5 mg Abilify und 300 mg Elontril täglich zusammen ein.

Wenig Appetit, wenig aber tiefer Schlaf, leichte Gewichtsreduktion, leichte Antriebsteigerung, ab und an etwas unruhig.

Im Schweizer Kompendium kann man sich ausführlich über Medikamente informieren.

Meine Erfahrungen mit Lithium

Was ist Lithium?

Lithiumsalze findet man in Mineralien, Pflanzen und in sehr geringer Menge auch in den menschlichen Organen.
Es wird schon seit Jahrzehnten in der Medizin -gegen und zur vorbeugenden (Prophylaxe) Therapie bei bipolar-affektiven Störungen (Manie / Depression) – und der Depression eingesetzt. Lithium ist ein bewährtes Medikament in der Behandlung krankhafter Stimmungsschwankungen.

Heute wird es auch u.a. zur Langzeitbehandlung bei rezidivierenden (wiederkehrenden) depressiven Phasen eingesetzt. Neue depressive Episoden sollen seltener und kürzer auftreten.

Ähnlich wie Lithium wirken auch Carbamazepin, Valproinsäure und Lamotrigen.

Regelmäßige Blutuntersuchungen während der Behandlung mit Lithium

Während der Behandlung mit Lithium muss der Lithiumspiegel im Blut gemessen werden, damit die persönliche Lithiumdosis ermittelt werden kann.

Der Plasmaspiegel darf eine Konzentration von 1,2 mmol/l in der Regel nicht überschreiten, da sonst ernsthafte Nebenwirkungen drohen.

Lithium sollte abends eingenommen werden, damit man die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen, einfach verschlafen kann. Vorab sollten auch die Schilddrüse und Nieren mittels Labor untersucht werden.
Lithium kann einen Anstieg von TSH bewirken und auch selten eine Schilddrüsenunterfunktion.

Lithium: (Handelsname u.a. Quilonum ®,Hypnorex®)
Ausführliche Informationen zu Lithium findet man im Beipackzettel – für Fragen, ist der Psychiater da…

Ich habe Lithium auf der Depressions-Fachstation bekommen

Ich begann abends mit 225 mg Lithium (eine halbe Tablette Quilonum-450 mg), die Dosis wurde ca. alle 6 Tage um 225 mg Lithium gesteigert, auch wurde mir einmal pro Woche Blut abgenommen. Die Lithium-Einnahme wurde dann auf morgens und abends aufgeteilt.

Ich fühlte mich müde und schlapp.
Bei einer Dosis 1 Tablette Lithium morgens und 1 Tablette Lithium abends (=900 mg Quilonum), hatte ich einen Lithium-Spiegel von 0.4 mmol/l.
Lithium wird bei mir sehr schnell verstoffwechselt.
Einige Mitpatienten haben bei einer Dosierung von 1 Tablette abends und einer halben Tablette morgens (=675 mg) schon einen weit höheren Wert.

Meine Nebenwirkungen mit Lithium in der Kombination mit anderen AD

Meine Lithium-Dosis wurde langsam auf 1.5 Tabletten Quilonum morgens und 1.5 Tabletten Quilonum abends erhöht.
(Lithium-Spiegel zwischen 0.6 und 0.8 mmol/l)

Ich war sehr unzufrieden mit der Lithiumbehandlung, leider habe ich erheblich an Gewicht zugenommen (obwohl ich viel Sport machte und mich vernünftig – laut der Ernährungsberaterin – ernährt habe)…

Dazu kam dann noch Verstopfung, Durst, extrem trockene Hände, Tagesmüdigkeit, Wassereinlagerung und Zittern. Natürlich habe ich Muvicol gegen die chronische Verstopfung und einen Betablocker (Dociton) gegen das Zittern erhalten.

Schon wieder neue Medikamente gegen die Nebenwirkungen.
Dociton verursachte bei mir ein Hautekzem…

Aufgrund der bei mir heftigen aufgetretenen Nebenwirkungen (besonders die stetige Gewichtszunahme, zittern), werde ich Lithium nicht mehr nehmen.

Aber, wie das mit den Psychopharmaka eben so ist, sie wirken bei jedem Menschen anders, also ausprobieren. Vielleicht hilft es euch ja.