Befristete Erwerbsunfähikeitsrente und Verlängerung

Ich beziehe eine befristete Erwerbsunfähigkeitsrente (EU-Rente), welche natürlich auch verlängert werden kann. Heute werden in der Regel EU-Renten nur für eine befristeten Zeitraum gewährt. Es kann ja der Fall eintreten, dass man wieder arbeiten möchte oder kann, sofern es einem gesundheitlich besser geht. Im Rentenbescheid steht dann die Höhe der Rente und wie lange die Rente befristet ist.

Umgangssprachlich sagt man eigentlich immer noch Erwerbsunfähigkeits-Rente, (bis zum 31.12.2000 gab es Berufs- bzw. Erwerbungsunfähigkeitsrente.) obwohl es ab 01.01.2001 Erwerbsminderungsrente heißt.

Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente ab dem 01.01.2001

Bei einer Leistungsfähigkeit von unter 3 Stunden erhält man die volle Rente.
Eine halbe Rente bekommt man, wenn man 3 bis 6 Stunden täglich arbeiten kann.
Wenn man über 6 Stunden arbeiten kann, dann erhält man keine Rente.

Verlängerungsantrag bei einer befristeten Erwerbsminderungsrente

Da die Bearbeitung eines Rentenantrages bzw. eine Verlängerung der Erwerbsunfähigkeitsrente durch den Rentenversicherungsträger einige Zeit in Anspruch nehmen kann, sollte man den Verlängerungsantrag ca. 3 Monate vor Ablauf der befristeten EU-Rente stellen.

Dem Rentenantrag und auch dem Verlängerungsantrag sollte man sämtliche ärztliche und auch klinische Gutachten/Arztbriefe beifügen, dann ist die Wahrscheinlichkeit etwas größer, dass man die Entscheidung des Rentenversicherungsträgers schneller erhält.

Meist wird man zum Gutacher eingeladen, der den EU-Antragsteller ausgiebig interviewt.
Bei einer befristeten EU-Rente sollte man auch damit rechnen (kurz vor Ablauf der Rente), vom Rentenversicherungsträger zu einer Reha geschickt zu werden, damit die Arbeitsfähigkeit überprüft und ggf. auch versucht wird, diese zu fördern oder sogar wiederherzustellen.

Wird er Verlängerungsantrag abgelehnt, kann man natürlich auch einen Widerspruch einlegen (ein Anwalt könnte da vorteilhaft sein…) und man wird zu einem anderen Gutachter geschickt …

Wie bin ich zu meiner Eu-Rente gekommen?

Heute heißt es Erwerbsminderungs-Rente.
Ende 2003 bemerkte ich, dass sich mein Befinden verschlechterte.

Meine Symptome der Depression

Mein Antrieb ließ nach, mir fiel es immer schwerer, mich für die unterschiedlichsten Tätigkeiten zu aktivieren. Interessensverlust und sozialer Rückzug: Ich ging nicht mehr ans Telefon, machte keine Post mehr auf, schaffte kaum noch meinen Haushalt. Negative Gedanken stellten sich ein und ich begann über mein Leben zu grübeln, was ich alles falsch gemacht habe, was ich nicht gemacht habe, warum ich überhaupt am Leben bin …
Konzentrationsprobleme, Gleichgültigkeit und Müdigkeit, ich konnte problemlos bis zu 12 Stunden schlafen. Ich fühlte mich wie tot, hatte keine Perspektive. Ich war auch nicht fähig, eine Entscheidung zu treffen. Banale Dinge wie, soll ich jetzt ein Eis essen oder ein Fischbrötchen, konnte ich nicht entscheiden. Lebensunlust stellte sich ein…, ich fühlte mich überflüssig.

Es folgte das »Komplett-Paket« Psychiater, Krankschreibung, MDK

Ich suchte einen Psychiater auf, wurde für arbeitsunfähig erklärt und bekam Antidepressiva, die bei mir außer verschiedener Nebenwirkungen leider nicht wirkten.

Nach einigen Wochen musste ich zum MDK(=Medizinische Dienst der Krankenkassen).
Ich musste zweimal zum Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK).
Beim ersten Mal dauerte das Gespräch nur wenige Minuten und mir wurde mitgeteilt, ich sei 6 Stunden arbeitsfähig.

Ich habe dann einen formlosen Widerspruch eingelegt und mein Psychiater war so nett und hat diesen medizinisch begründet.

Der Widerspruch kam dann nach einigen Wochen ohne Probleme durch.

Beim meinem zweiten MDK-Termin habe ich vorab ein Attest von meinem Arzt mitgenommen und dieses Gespräch dauerte diesmal ca 20–25 Minuten und ich war doch tatsächlich krank!

Diagnose:
Rezidivierende (wiederholte) depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ( F33.2)
Diesen Code findet man auch im Arztbrief, auf einer Überweisung und auf der AU-Bescheinigung für die Krankenkasse.

Was bedeutet die Diagnose F.xx.x?

Das von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebene ICD-10 (= Internationale Klassifikation der Krankheiten) wird weltweit als Diagnoseklassifikation eingesetzt. Was das im einzelnen bedeutet, kann man bei DIMDI nachlesen:

Beispiel: F33.2:
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome
Eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden gekennzeichnet ist, wobei die gegenwärtige Episode schwer ist, ohne psychotische Symptome (siehe F32.2) und ohne Manie in der Anamnese

Einteilung der Depression erfolgt nach Art und Anzahl der Symptome, dem Verlauf, dem Vorliegen anderer Probleme.

Nach einigen Monaten ist mir dann geraten worden, eine befristete EU-Rente zu beantragen.

Erwerbsminderungsrente

Zuständig ist die deutsche Rentenversicherung.
Die Rente wegen Erwerbsminderung wird in Abhängigkeit von der ärztlich festgestellten Leistungsfähigkeit als Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung gezahlt.

Teilweise erwerbsgemindert ist, wer wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit zwischen drei bis unter sechs Stunden täglich im Rahmen einer 5-Tage-Woche erwerbstätig sein kann.

Voll erwerbsgemindert ist, wer wegen Krankheit oder Behinderung nur noch weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann. Weitere Voraussetzungen für die EU-Rente.

Wie kam es zu meinem erneuten Absturz?

Ich hatte einen Job in einem (für Depressive) belastenden Umfeld, was mir aber nicht auffiel, da mir der Job scheinbar Spaß machte, private Probleme mit dem Ehepartner, der selber krank war. Somit haben wir uns gegenseitig »wunderbar« heruntergezogen …, natürlich nicht absichtlich!

Meine EM-Rente ist befristet und muss gegebenenfalls verlängert werden…
Da ich auch einige Jahre studiert habe, ist sie auch nicht besonders hoch, so ist es sehr hilfreich, wenn man nicht alleine lebt und von seinem Partner finanziell unterstützt wird.