Jede Depression wird besser, sofern man sie überlebt †
Theoretische Möglichkeiten einer chronisch Depressiven
ihr Leben weiterzuleben (sofern man da von Leben reden kann), welche sie praktisch umsetzen könnte, aber da sie auf Grund der Depression auch noch unter Entscheidungsschwierigkeiten leidet, könnte es an der Ausführung hapern.
Welche Möglichkeiten habe ich denn noch als chronisch Depressive,
wenn ich schon erfolglos mehrfach in der Klinik war, viele Antidepressiva ausprobiert, sogar eine ambulante Therapie gemacht habe?
Mein aktueller Medikamenten-Cocktail bestehend aus dem Antidepressivum Fluoxetin, dem Stimmungsstabilisator Lamotrigin und dem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin, wirkt sich nur auf den Antrieb aus, die Stimmung bleibt mies, nicht vorhanden, einfach Null.
(kurz und knapp Scheiße).
Man könnte nun sagen, dass ist besser als nichts, aber es macht nun mal keinen Spaß mit so einer Stimmung zu leben! Wozu auch? Bitte die Bedienungsanleitung zum Lesen meines Blogs beachten!
Weitere “Therapiemöglichkeiten” für mich als chronisch Depressive
- Weitere Antidepressiva testen (die nicht positiv wirken) und noch einiges an Gewicht zu zunehmen, was sich dann durchaus positiv auf mich und meine Psyche auswirken würde, da ich ja immer schlank war…
- Durch Psychiater-Hopping (Psychiaterwechsel) neue Diagnosen sammeln, könnte ich dann als Zeitvertreib nutzen oder ein neues Hobby draus machen…
- Eine neue Psychotherapie beginnen,
weil es viel bringt, schon wieder darüber zu reden, wie belastend doch die Kindheit und Jugend war und das ich heute ständig Scheiße drauf bin. - Irgendwelchen
erschwinglichenDrogen verfallen, um wenigstens ab und zu mal anders drauf zu sein - Noch mal in die Klinik, schöne Bilder malen, Sport treiben, Fett werden durch viele Pillen , mit dem Personal versuchen mir das Leben und die Stimmung schön zureden, mit anderen Depris über die scheiß Stimmung philosophieren. Wozu ich als
sehr erfahrener, chronisch Depressiver nicht viel Lust zu habe - Mich der Elektrokrampftherapie hingeben, mir meine letzten wenigstens noch teilweise funktionierenden Gehirnzellen wegschmelzen lassen. Bei sehr, sehr wenigen hat diese Art der Therapie etwas gebracht und noch ist mir dieses Risiko zu groß, obwohl ich ansonsten recht risikofreudig bin.
- Ich könnte ja versuchen, mich
einfachmit dieser Stimmung abzufinden, wird mir aber nur gelingen, wenn ich total antriebslos bin, aber dann hätte ich andere Dinge im Kopf - Ich könnte warten, bis ich wieder sehr schöne negative Gedanken im Kopf habe und dann daran arbeiten, diese in die Tat umzusetzen. Ich
binwäre mir sicher, irgendwann würde ich das schaffen. - Ich bin einfach nicht mehr depressiv. Dann müsste ich nur wissen, wie das geht, aber dabei kann mir auch kein Psychiater helfen, weil die auch keine Ahnung haben, aber immer versuchen so zu tun als ob sie Ahnung hätten.
Mal sehen, vielleicht ergänze ich diese Liste irgendwann…
Schreibe einen Kommentar [7] Kommentar-Feed für diesen Artikel
Zum Thema Elektrokrampftherapie hab ich vor ner Weile mal was durchaus positives gelesen. Hast du mit Leuten gesprochen, bei denen es (auch nach dem soundsovielten Mal) nicht gewirkt hat? Blöde Frage, sehr wahrscheinlich hast dus. Aber es ist schon wahr, das Risiko ist sehr groß und vermutlich empfiehlt sich dies nur als allerletzte Möglichkeit... :kopfkratz:
Was ich schlimm finde, ist der Gedächtnisverlust, der auch nicht unbedingt wieder komplett reversibel ist.
Ein älterer Mann hat u.a. über 40 EKT bekommen, er war fast 2 Jahre auf der Station, vermutlich wird er ins Pflegeheim entlassen worden sein.
Bei wenigen hat es etwas geholfen, aber die müssen auch regelmäßig solche Auffrischungs-EKT erhalten :down: , da frage ich mich doch, wo das hinführen soll ...
Es gibt keine Studien über Spätfolgen, wie sollte so etwas auch dokumentiert werden, weil es einmal sehr teuer wäre und das Befinden überwiegend nur subjektiv ist. Ja, Fremdbeobachtung gibt es auch, aber die ist nicht so aussagekräftig, wie ich meine. Depris können gute Schauspieler sein, oft nicht mal absichtlich.
Auf den Ironie-Hinweis habe ich verzichtet, weil es nur ironisch geschrieben ist, aber nicht so gemeint war und ist!
Manche sind es mit Absicht, um sich selbst abzulenken... auch eine Form der Therapie?! Ich weiss es nicht, was meinste Du?
Ich glaube nicht, um sich abzulenken, sondern sie versuchen sich ihren Zustand nicht anmerken zu lassen ..., anfangs muss man ja immer funktionieren, da kann man keine Schwäche zeigen, bis es zum Zusammenbruch kommt, wenn die Depri schlimmer wird...
Bei machen geht das soweit, dass sie selber hinter Mauern feststecken.
\" Das Thema habe ich auch schon durch und es lohnt sich nicht. Natürlich könnte ich dir die Standartsachen aufzählen aber die kenne wir beide aus dem \"Effeff\". Vielleicht liegt es an mir aber mein Aufenthalt in der Psychatrie hat mir unheimlich weite geholfen. Wie währe es denn mal mit einem Schnitt in deinem Leben. Also neue Wohnung, Standortwechsel, neuer Fernseher, neue Haarfrisur oder was ähnliches. Manchmal hilft mir Filme die ich sehr mag und ich versetzte mich in die Lage einer der Schauspieler, das motiviert mich unheimlich. Hoffentlich klappt was ...
Liebste Grüsse
Dennis
Hoffentlich klappt wasDa bleibt einem nur die Hoffnung, aber ob die dauerhaft bestehen bleibt...
Es ist auch schwierig, das Gefühl zu haben, dass man etwas tun muss, damit es einem besser gehen könnte, von dem man noch nicht mal weiß, was das sein könnte.
Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.
