Jede Depression wird besser, sofern man sie überlebt †

Meine Erfahrungen mit Lithium

Was ist Lithium?

Lithiumsalze findet man in Mineralien, Pflanzen und in sehr geringer Menge auch in den menschlichen Organen.
Es wird schon seit Jahrzehnten in der Medizin -gegen und zur vorbeugenden (Prophylaxe) Therapie bei bipolar-affektiven Störungen (Manie / Depression) – und der Depression eingesetzt. Lithium ist ein bewährtes Medikament in der Behandlung krankhafter Stimmungsschwankungen.

Heute wird es auch u.a. zur Langzeitbehandlung bei rezidivierenden (wiederkehrenden) depressiven Phasen eingesetzt. Neue depressive Episoden sollen seltener und kürzer auftreten.

Ähnlich wie Lithium wirken auch Carbamazepin, Valproinsäure und Lamotrigen.

Regelmäßige Blutuntersuchungen während der Behandlung mit Lithium

Während der Behandlung mit Lithium muss der Lithiumspiegel im Blut gemessen werden, damit die persönliche Lithiumdosis ermittelt werden kann.

Der Plasmaspiegel darf eine Konzentration von 1,2 mmol/l in der Regel nicht überschreiten, da sonst ernsthafte Nebenwirkungen drohen.

Lithium sollte abends eingenommen werden, damit man die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen, einfach verschlafen kann. Vorab sollten auch die Schilddrüse und Nieren mittels Labor untersucht werden.
Lithium kann einen Anstieg von TSH bewirken und auch selten eine Schilddrüsenunterfunktion.

Lithium: (Handelsname u.a. Quilonum ®,Hypnorex®)
Ausführliche Informationen zu Lithium findet man im Beipackzettel – für Fragen, ist der Psychiater da…

Ich habe Lithium auf der Depressions-Fachstation bekommen

Ich begann abends mit 225 mg Lithium (eine halbe Tablette Quilonum-450 mg), die Dosis wurde ca. alle 6 Tage um 225 mg Lithium gesteigert, auch wurde mir einmal pro Woche Blut abgenommen. Die Lithium-Einnahme wurde dann auf morgens und abends aufgeteilt.

Ich fühlte mich müde und schlapp.
Bei einer Dosis 1 Tablette Lithium morgens und 1 Tablette Lithium abends (=900 mg Quilonum), hatte ich einen Lithium-Spiegel von 0.4 mmol/l.
Lithium wird bei mir sehr schnell verstoffwechselt.
Einige Mitpatienten haben bei einer Dosierung von 1 Tablette abends und einer halben Tablette morgens (=675 mg) schon einen weit höheren Wert.

Meine Nebenwirkungen mit Lithium in der Kombination mit anderen AD

Meine Lithium-Dosis wurde langsam auf 1.5 Tabletten Quilonum morgens und 1.5 Tabletten Quilonum abends erhöht.
(Lithium-Spiegel zwischen 0.6 und 0.8 mmol/l)

Ich war sehr unzufrieden mit der Lithiumbehandlung, leider habe ich erheblich an Gewicht zugenommen (obwohl ich viel Sport machte und mich vernünftig – laut der Ernährungsberaterin – ernährt habe)…

Dazu kam dann noch Verstopfung, Durst, extrem trockene Hände, Tagesmüdigkeit, Wassereinlagerung und Zittern. Natürlich habe ich Muvicol gegen die chronische Verstopfung und einen Betablocker (Dociton) gegen das Zittern erhalten.

Schon wieder neue Medikamente gegen die Nebenwirkungen.
Dociton verursachte bei mir ein Hautekzem

Aufgrund der bei mir heftigen aufgetretenen Nebenwirkungen (besonders die stetige Gewichtszunahme, zittern), werde ich Lithium nicht mehr nehmen.

Aber, wie das mit den Psychopharmaka eben so ist, sie wirken bei jedem Menschen anders, also ausprobieren. Vielleicht hilft es euch ja.

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— Jan Glenewinkel, 25.12.2007@12:58 # 1 -
Nehme seit 10(!) Jahren Quilonum Retard. Die meiste Zeit 3 Tabletten täglich. Seit ca. drei Jahren nur noch 2 1/2 und seit zwei monaten nur noch zwei (abends). anfänglich hab ich sehr mit den nebenwirkungen kämpfen müssen, aber seit vier, fünf jahren habe ich fast gar keine mehr und muss sagen dass ich echt überzeugt bin von lithium, was meine erkrankung (Schizo-Manie) angeht. Nun gut: gewichtszunahme habe ich gar net gehabt. 68 kilo (ganz leichte schwankungen) auf 1,77m. Das problem is nur ich kann net mehr drauf verzichten! Eine woche mal nich genommen und der Kliniksaufenthalt is vorprogrammiert(!!!)
psychoMUELL, 25.12.2007@17:02 # 2 -
Hallo Jan,
das ist wirklich eine sehr lange Zeit, vermutlich werden eh leider keine Langzeitstudien gemacht ...

Da hast du aber sehr lange mit den Nebenwirkungen durchgehalten! Bei mir überwiegten leider die Nebenwirkungen, die Wirkung war zu gering.

Was sagen denn deine Ärzte, sollst du Lithium langsam absetzten?
— Jan Glenewinkel, 26.12.2007@06:28 # 3 -
Hallo SuMu, meine Ärzte sind glaub ich selbst ein bisschen verwundert, aber weil lithium so gut bei mir anschlägt war bislang nie die rede davon es abzusetzen. Is auch nicht wirklich in meinem Sinne, weil die alternative wären haldolähnliche Präperate und glaub mir davon hab ich echt die schnauze gestrichen voll. (Übelste Nebenwirkungen)Meine Blutwerte sind bislang immer super gewesen und Schildrüse is auch ok...(mh sollte mal wieder ultraschall machen lassen) Danke übrigens für die schnelle antwort :)
psychoMUELL, 26.12.2007@17:04 # 4 -
Hallo Jan,
wenn ich so gut auf Lithium ansprechen würde und es mich sonst nicht irgendwie einschränkt oder die Blutwerte/Organe beeinträchtigt, dann würde ich es garantiert auch nehmen!

Wie lange hattest du denn welche Nebenwirkungen?
— Jan Glenewinkel, 03.01.2008@03:23 # 5 -
Also am anfang alle: starken tremor, durfall, kleine pickel am ganzen körper. aber das ging nach nen paar jahren auch alles zurück und nach 10 jahren hab ich fast(!) gar keinen tremor mehr, normale verdauung und keine pickel mehr. was noch da is, das ich im sommer sehr viel schwitze und mir deswegen die anderen drei jahreszeiten natürlich lieber sind :). Was ich nicht hatte, wie gesagt, war gewichtszunahme. und was natürlich auch eine art von nebenwirkung is, das man sehr viel trinken muss, aber damit konnte ich mich ganz gut arrangieren. sorry das ich so lange net geschrieben hab. gucke nicht so oft auf meine e-mail adresse
— renate, 05.02.2008@07:25 # 6 -
ich denke, das lithium ist ein teufelszeug. ich habe mich noch nie so sehr von meinen gedanken und meinem handeld enfernt gefühlt. ich habs die letzte zeit genommen.
psychoMUELL, 05.02.2008@21:45 # 7 -
Hallo Renate
wie lange hast du Lithium genommen, auch in Verbindung mit einem Antidepressivum?
— Jane, 08.02.2008@20:32 # 8 -
Ich nehme Lithium seit vier Wochen bei Manischer Depression. Jetzt kommen die Nebenwirkungen wie Zittern z.b. trotzdem geht es mir besser als die letzten 3Jahre mit Seroquel!!! das ist ein ätzendes Zeug da war um 21uhr der Abend zu ende weil ich im stehen eingeschlafen bin nach Einnahme! mit 30 Jahren nicht gerade die LebendsErfüllung!! :schmollen: Lg Jane
psychoMUELL, 09.02.2008@04:26 # 9 -
Hallo Jane,
schön, dass dir Lithium besser hilft.
Zittern hatte ich auch, habe dagegen einen Betablocker bekommen (Dociton).
— Jane, 11.02.2008@04:18 # 10 -
Hallo meine Dosis von Quilonum ist 1-0-1,5 mit dem Zittern ist mein Arbeiten etwas schwierig denn ich muss neben dem Telefonieren Handschriftlich schreiben,das fällt mir schwer! Ich mag aber nicht Krankfeiern also arbeite ich und geb mein bestes nur ich komme mir sehr beobachtet von Kollegen vor! :grusel: Ich hab da mal ne Frage: die Therapeutin die endlich mit Lithium bei mir begonnen hat sagte ich kann einen Behinderten Ausweis beantragen hat da jemand Tipps?? Danke im vorraus !! PS super das ihr die tollen Fotos von der Müngstener Brücke gemacht habt. das Wetter hat sich aber auch super zum gang in den BrückenPark gelohnt!
psychoMUELL, 11.02.2008@04:32 # 11 -
Hallo Jane,
ja klar, auch wegen einer psychischen Erkrankung kannst du einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Mein Ausweis.

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