★Mehr Arztbesuche – trotz Praxisgebühr
Im Schnitt suchen Kassenpatienten 18 Mal pro Jahr einen Mediziner auf. (zeit.de)
Interessanter Kommentar von Hans_H:
Warum gehen Deutsche so häufig zum Arzt? Nicht weil sie öfters krank sind, sondern weil sie beim Arzt innerhalb Minuten abgefertigt werden, da dieser fürs Reden und Zuhören keine Zeit hat, und nichts dafür bekommt. Schnell Pillen verschreiben, dass der Patient beruhigt ist, (daher die hohen Medikamentenausgaben, und dann auf Wiedersehen. Die Beschwerden sind natürlich noch vorhanden, ab zum nächsten Arzt, und so geht das weiter. Mit mehr Zeit und Gesprächen wären vielen Patienten mehr geholfen als mit Alibimedikamentenverschreibungen.
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Ich schaffe die 18mal ja schon allein wegen blödsinniger Beschränkungen bei Verordnungen! Da ich seit Jahren zweimal pro Woche Krankengymnastik für die Schultern brauche – sie werden sonst steif – und der Orthopäde nur sechs Anwendungen aufs Mal rezeptiert, komme ich nur deshalb auf 17,3333 Arztbesuche… Dazu kommen mind. zwei Hausarztbesuche pro Quartal: einmal nur wegen der Ausstellung von 5 – 6 Überweisungsformularen (auch die Praxisgebühr verursacht Kosten!!!) und einmal wegen eines Rezepts, da mir der Facharzt aus Angst vor Regressen nicht die ausreichende Menge verordnen kann… Diese beiden Besuche kann ich auch nicht zusammenlegen, weil Rezepte innerhalb von zwei Wochen eingelöst werden müssen und ich mir das Verordnete bei einem spezialisierten Internetversender besorge. Dieser staffelt die Preise nach bestellter Menge… Dazu kommen vier Facharztbesuche (Pflicht wg. Teilnahme an einem DMP!). Ein Großteil dieser Arztbesuche findet ausschließlich wegen gesetzlicher Vorgaben statt!!!!!! Denn die Erkrankungen, wegen der ich diese Ärzte aufsuche, sind allesamt chronisch und bedürfen ständiger Behandlung! Aber von meiner Seite aus könnte ich die Zahl der Besuche erheblich einschränken, denn außer eines oder mehrerer Stückchen Papier, die ich für die weitere Behandlung benötige, bringen sie mir nichts. Die Erkrankungen habe ich in einem Fall seit sechs Jahren, ansonsten seit vielen Jahrzehnten und weiß darüber mehr als die allermeisten Fachärzte.
Bislang bin ich übrigens noch mit keinem Wort auf die schweren Depressionen eingegangen, die natürlich weitere Arztbesuche zur Folge haben. Nach einer bislang unvollständigen Aufstellung, die ich für das Jahr 2009 gemacht habe, war ich in den letzten 12 Monaten mindestens 40mal beim Arzt!!! In mehr als der Hälfte der Fälle nur wegen bürokratischen Schwachsinns…
Ich habe mir gerade den Artikel in der Zeit durchgelesen und jetzt einen dicken Hals! »Laut KBV-Chef Andreas Köhler sind bis zu 48 Prozent der Patienten von der Zuzahlung befreit, weil entweder ihr Einkommen zu niedrig ist oder sie an einem Behandlungsprogramm der Hausärzte oder für chronisch Kranke teilnehmen. Der Verband plädiert dafür, statt eines festen Betrags einen Prozentsatz der Behandlungskosten zu erheben – mit einer Obergrenze für sozial Schwache. Dieses Geld solle dann von den Kassen eingezogen werden, statt wie bislang von den Ärzten in bar von den Patienten.«
Weiß Herr K. eigentlich, was er da verlangt??? Ich habe drei schwerwiegende chronische Erkrankungen, die jede für sich meine Zuzahlungspflicht auf 1% beschränkt! Dazu kommt ein GdS von mehr als 60%, was dieselbe Konsequenz hat! Ja und? Ich habe es 2009 Anfang November(!) geschafft, nach mehreren 100 Euro befreit zu werden – nach zig Telefonaten mit meiner Krankenkasse, weil sie Belege über rund 50 Euro nicht anerkennen wollte und schließlich doch mußte! Dazu kommt nur leider nochmals die anderthalbfache Summe (von den mehreren 100 Euro), die ich für die Behandlung einer weiteren schwerwiegenden chronischen Erkrankung brauche, deren Behandlung ich aber komplett aus eigener Tasche bezahlen darf (Stichwort nicht verschreibungspflichtige Medikamente) und die Kosten für eine tiefenpsychologische Gruppe, die ich ebenfalls selbst zahlen muß! Dazu kommen die Kosten für die Teilnahme an Vorträgen und Selbsthilfegruppen, um mich über die bereits bestehenden Erkrankungen weiter zu informieren. Ach ja, um zu Ärzten und Behandlungen (ohne Vorträge) zu kommen, bin ich 2009 nach der o.g. unvollständigen Liste rund 4.400 km gefahren.
Ich finde es wirklich klasse, daß ich für meine chronischen Erkrankungen, von denen ich mir keine einzige ausgesucht oder durch eigenes Verhalten »verschuldet« habe (die meisten davon habe ich von Kindesbeinen an!), noch mehr zur Kasse gebeten werden soll! Seit meinem 2. Lebensjahr(!) betreiben meine Eltern bzw. ich erfolgreich Prävention, um einer Verschlimmerung vorzubeugen! Wer honoriert die? Denn diese Prävention besteht nicht im Besuchen irgendwelcher krankenkassensubventionierter Kurse, sondern in ständiger lebenslanger Disziplin, täglichem Aufwand (pro Tag rund 1 Stunde!), nicht abreißender Motivation trotz täglicher Fehlschläge und im permantenten Ausbau und Anwendung von Wissen. Damit habe ich dem Gesundheitssystem bis heute mehrere hunderttausend Euro erspart, die es andernfalls für mich hätte aufwenden müssen!!! Ich bin eine teure Patientin, aber ich tue auch sehr viel dafür, daß sich mein Gesundheitszustand nicht weiter verschlechtert! Und dafür will ich, wenn schon nicht honoriert, dann zumindest nicht noch bestraft werden!
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