Jede Depression wird besser, sofern man sie überlebt †

Helfen Antidepressiva gegen Depressionen?

Helfen Antidepressiva gegen Niederschlagenheit? Sind Depressionen überhaupt eine Folge von »Hirnstoffwechselkrankheiten«?
Irving Kirsch, ein englischer Psychologe, bezweifelt es und rät Betroffenen statt zu Psychopharmaka zu einer Verhaltenstherapie. Sein neues Buch lässt kein gutes Haar am »Mythos Antidepressiva«. (Artikel auf Telepolis)

Mir hat kein Antidepressivum geholfen, meine Stimmung auch nur etwas zu verbessern. Vielleicht fehlt mir auch der Glaube daran. Allerdings ist es sehr schwer, zu glauben, wenn man depressiv ist ;-).

Einige Pillen (Benzos) haben mir dennoch beim Überleben geholfen, indem sie mich zeitweise ruhiger gemacht haben – das ist doch schon mal was oder?

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— Michel, 06.10.2009@10:02 # 1 -

»Beim Überleben geholfen« ist eine gute Umschreibung. Ich war oft froh diese »Helfer« zu haben, an allem anderen muß ich tatsächlich selbst arbeiten.

— Solveig, 06.10.2009@11:06 # 2 -

Ich bezweifle, daß mir Antidepressiva auch nur beim Überleben helfen… Unter beiden bislang verwendeten Antidepressiva (SSRI und SNRI) bin ich schon in suizidale Krisen gerutscht – nachdem ich die Medikamente bereits monatelang und zuverlässig in vergleichsweise hoher Dosis genommen hatte. Dann habe ich die zitierte Feedback-Schleife erlebt: wenn ich während oder nach den Krisen Psychotherapeut bzw. Psychiater auf die Wirksamkeit angesprochen habe, bekam ich IMMER die feste Überzeugung als Antwort, daß das Medikament wirke! Dummerweise bin ich Skeptikerin und glaube eher meiner eigenen Wahrnehmung als der Aussage des Fachmanns!

Jetzt stehe ich vor der Alternative, das dritte Antidepressivum auszuprobieren oder die Dosis des letzten weiter zu erhöhen. Ich weiß nicht, was ich tun soll…

psychoMUELL, 06.10.2009@11:10 # 3 -

Hallo Solveig,
ich habe oben mal ergänzt, die Pillen, die mir etwas geholfen haben, waren die bösen Benzos.

psychoMUELL, 06.10.2009@11:13 # 4 -

Solveig: Jetzt stehe ich vor der Alternative, das dritte Antidepressivum auszuprobieren oder die Dosis des letzten weiter zu erhöhen

Eine Dosis zu erhöhen, lohnt sich eigentlich nur, wenn du schon eine Verbesserung bemerkt hast. Immer mehr, wirkt auch nicht besser.

nastorseriessix, 06.10.2009@13:30 # 5 -

Nach wie vor nehme ich bisher keinerlei Medikamente gegen meine Depression, zu der sich mittlerweile Differenzialsymptome gesellt haben. Das quasi »gezwungenermaßen ausprobieren« von Medikament damals bei einem Aufenthalt in einer Klink hat mir persönlich gereicht.

Die zum Teil brutalen Nebenwirkungen der Medikamente und seien diese auch noch so neu, rechtfertigen in meinen Augen nicht deren Anwendung.

Die Depression ist von alleine und ohne Medikamente gekommen also muss es auch einen Weg geben, das ganze »OHNE« Medikamente wieder in den Griff zu bekommen, so das man damit umgehen und Leben kann, nicht nur einfach funktionieren durch die Einnahme von Medikamenten.

Denn ich möchte LEBEN und NICHT nur stupide FUNKTIONIEREN!

psychoMUELL, 06.10.2009@14:48 # 6 -

nastorseriessix: Die zum Teil brutalen Nebenwirkungen der Medikamente

Diese kann man deutlich verringern, wenn man mit einer geringen Menge des Antidepressivums anfängt. Auch andere Medikamente haben anfangs Nebenwirkungen. Es soll durchaus Menschen geben, bei denen Antidepressiva helfen. Vielleicht ist es auch mehr der Glaube, dass es helfen kann …

— annette, 06.10.2009@19:27 # 7 -

Ich stehe kurz davor, Anti-Depressiva zu nehmen. Oder auch nicht.
Wie sieht es mit den Alternativen – Johanniskraut und Omega3 – aus?
Ich habe vor einer Woche begonnen, Omega3 zu schlucken. Die letzten 4 Tage ging es mir wesentlich besser. Aber nun schon wieder nicht. Keine Ahnung, ob die Omega3 irgendwie geholfen haben oder nicht. Aber wegen der Nebenwirkungen von Anti-Depressiva tendiere ich doch eher dazu, mal Johanniskraut auszuprobieren.

psychoMUELL, 07.10.2009@07:53 # 8 -

Hallo Annette,
ich würde sie wieder ausprobieren.

Bei einigen Menschen wirken sie, egal ob es nun der Glaube daran oder sonst was ist ;-).

In einer geringen Dosis anfangen und langsam erhöhen. Ein guter Psychiater wird dich da beraten – auch bei Johanniskraut.
(auch das hat Nebenwirkungen!)

Denn Johanniskraut muss schon recht hoch dosiert eingenommen werden und dafür brauchst du dann ein Rezept (wenn ich richtig informiert bin).

Ich konnte alle Nebenwirkungen aushalten, damit arbeiten wäre mir sehr unmöglich gewesen.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Übelkeit, Schwindel, Verstopfung – das lässt in der Regel nach einigen Wochen deutlich nach und hört sogar ganz auf.

Aber auf jeden Fall solltest du zusätzlich eine Therapie machen, vielleicht kommst du dann auch ohne Pillen aus.

Ulf, 07.10.2009@10:56 # 9 -

Mir hat das Zeug prima geholfen, die Nebenwirkungen halten sich bei mir zum Glück auch deutlich in Grenzen.

psychoMUELL, 07.10.2009@11:09 # 10 -

Ulf: Mir hat das Zeug prima geholfen

Genau deshalb kann man Antidepressiva nur ausprobieren, jeder reagiert anders darauf und man bekommt auch nicht alle Nebenwirkungen.

Bei einigen wirken sie gut, bei einigen weniger gut und bei einigen überhaupt nicht.

Es ist doch dann egal, ob es der Wirkstoff ist, der wirkt und sich positiv auf die Stimmung auswirkt oder eben der Glaube daran.

CW, 09.10.2009@21:29 # 11 -

Also sicher können Antidepressiva helfen, meist liegt das Problem wohl darin, das Richtige zu finden und dann auch noch die Dosierung richtig einzustellen.

Oft liest man, daß zwischendurch schon mal das Medikament gewechselt werden muß, weil es nicht wirkt oder weil die Nebenwirkungen zu schwer sind.

Sicher ist aber: Ohne Antidepressiva sähe das Leben vieler depressiver Menschen wesentlich schlechter aus.

psychoMUELL, 10.10.2009@08:01 # 12 -

CW: Also sicher können Antidepressiva helfen, meist liegt das Problem wohl darin, das Richtige zu finden und dann auch noch die Dosierung richtig einzustellen.

Bei mir wirken sie nicht und ich habe genug in unterschiedlicher Dosierung ausprobiert.
Also sei bitte in deiner Aussage nicht so absolut! Ich bin damit auch nicht der einzige!

Sag mal CW, du gibst auf deiner Webseite überhaupt keine Quellen an, woher hast du dein Wissen?

— Bongo, 12.10.2009@09:37 # 13 -

Liebe Susanne,
solche »ganz oder gar nicht« Artikel zum Maß der Dinge zu machen ist nie gut. Vor allem sollte man sehr vorsichtig sein, wenn sich Psychologen, die ja keine Ärzte sind, sich zu psychiatrischen Krankheiten und deren Behandlung äußern.
Ich habe seit 15 Jahren eine stark endogene Depression, ich kann ohne Medikamente gar nicht leben. Dagegen hat mir bisher keine Psychotherapie geholfen, weder bei der Krankheit noch bei deren Bewältigung. Ich kenne aber auch Depressive, bei denen ist es genau umgekehrt und solche, denen beides etwas bis gut hilft.
Es gibt eben nie DIE Depression (genauso wie es nicht DAS Rheuma gibt), sondern wie es der Prof. Hohlsboer in seinem Buch schreibt, vermutlich bis zu 10 verschiedene (Unter-)Arten.

psychoMUELL, 12.10.2009@09:41 # 14 -

Bongo: solche »ganz oder gar nicht« Artikel zum Maß der Dinge zu machen ist nie gut.

Das mache ich auch nicht. Ich habe diesen Artikel hier nur erwähnt und mitgeteilt, das AD bei mir nicht wirken, bei einigen wohl schon.

— Kim, 25.10.2009@13:36 # 15 -

Allso ich finde schon das Antidepresiva helfen können eine Depression zu bewältigen oder erträglicher zu machen. Ich muss dazu jedoch sagen das es in der Bahandlung von einer Depression ja immer um dieses drei Säulen Prinzip geht. Da währe einmal die medikamentöse unterstützung, dann die Verhaltenstherapie wo es darum geht sich mit der Depression konkret auseinander zu setzten und verschiedene Strategien im Umgang mit ihr zu erlernen, und als letztes bleibt da dann hald noch die Grundlage auf der die Depression aufgebaut ist oder sie mitbeeinflussen. Hier gilt es Faktoren die zur Depression evtl. beitargen können zu bewältigen, veränderungen zu schaffen, und in den Behandlungsprozess miteinzubezeiehen. Ich finde dieses Säulenprinzip ganz anschaulich und man kann gut erkennen das man nicht einfach sagen kann das oder das taugt nichts oder hat keinen Einfluss auf den Heilungsprozess. Am efektivsten ist natürlcih wenn man alles Säulen miteinbezieht, jedoch kenne auch ich viele Leute die zum Beispiel keine Medikamentöse Behandlung wünschen und somit einfach den anderen zwei Säulen mehr beachtung schenken… Schlussendlich galueb ich aber das jeder für sich selber entscheiden muss wie weit er durch Antidepressiva unterstützt werden möchte. Ich zum Beispiel bin medikamentös sehr gut eingestellt, aber das war ein sehr langer Prozess der viel Geduld und auch oft Niederlagen mit sich brachte.

Ich wünsche allen alles gute und viel Kraft =)

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