Jede Depression wird besser, sofern man sie überlebt †

08. Jul
2009

Wartezimmerinformation für Patienten

Gesundheit!

Was ist die Ursache des „kranken“ Systems?

Die Gesundheitspolitiker von CDU und SPD gehen einen falschen Weg. Sie versuchen, bei uns das Gesundheitssystem aus den USA einzuführen, genannt „managed-care“, also „gesteuerte Versorgung“. Dort entscheiden Call-Center Mitarbeiter der Kassen, ob der Arzt eine Behandlung vornehmen darf oder nicht, nach Strichliste und Kassenlage. In den USA ist das System ungerecht, teuer und bürokratisch geworden. Und was passiert hier? Das dort gescheiterte Modell wird bei uns eingeführt, zum Schaden der Patienten.

Die negative Wirkung von „Pauschalen“!

Auch bei uns bekommen die Ärzte jetzt nur noch eine geringe „Pauschale“ für die Behandlung der Patienten. Die einzelne Qualitätsbehandlung wird von den Kassen nicht mehr honoriert.Große Kapitalgesellschaften, wie die Rhön Kliniken (mit dem SPD Politiker Karl Lauterbach im Aufsichtsrat!) kaufen Krankenhäuser und Arztpraxen auf, mit dem erklärten Ziel, Profit für die Aktieneigner herauszuholen. Auch das schadet den Patienten.

Die Bürokratie bestimmt!

Immer größere Teile der hohen Kassenbeiträge landen bei Verwaltern und „Controllern“, während für die ärztliche Behandlung bei Haus- und Fachärzten inzwischen nur noch 15 % aller Versichertenbeiträge ausgegeben werden. Deshalb müssen Hausärzte für 35 Euro einen Kranken 3 Monate lang pauschal behandeln, Hautärzte, Urologen, Psychiater, Orthopäden, Augen- und HNO-Ärzte z.B. teilweise für nur 14 oder 25 Euro in 3 Monaten. Für die Röntgenuntersuchung beim Orthopäden gibt’s 7,20 Euro, für die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse 8 Euro. Das bei diesen Dumpingpreisen die Qualität leidet, ist kein Wunder.

Welche Therapie schlagen wir vor? Gerechtigkeit und gute Qualität!

Um die Existenz der Praxen in Wohnortnähe (!) zu sichern, müsste sofort eine faire Bezahlung der ärztlichen Leistungen erfolgen, transparent für Patienten und angemessen für Ärzte. Die geringen Pauschalen sollten sofort abgeschafft und durch faire Preise ersetzt werden. Es kann nicht angehen, dass Kassen für Hausbesuche durch Ärzte mit 15 Euro deutlich weniger bezahlen, als z.B. für einen Pflegedienstbesuch. Ein Schlüsseldienst würde dafür schon gar nicht kommen! Viele Versicherte fragen sich:

Wo bleiben die Kassenbeiträge, wenn sie in den Arztpraxen nicht ankommen? Wo verschwinden sie unkontrolliert? Warum wird ein immer kleinerer Teil (15 %) für die Arbeit der Praxen ausgegeben, die doch 90 Prozent der Krankheitsfälle behandeln?

Das geplante Milliardenprojekt „Elektronische Gesundheitskarte“ sollte sofort gestoppt werden. In Tests hat sich herausgestellt, dass dieses Projekt unsinnig, teuer und gefährlich ist. Die eingesparten Milliarden kämen der Versorgung der Kranken zugute. Die ärztliche Schweigepflicht wäre dann gerettet!

Die Ärzte wollen sich wieder ihrem Hauptanliegen, der guten Versorgung ihrer Patienten widmen. Durch die verbesserten Berufschancen würden die hier mit viel Geld ausgebildeten jungen Mediziner auch nicht mehr ins Ausland abwandern!

Wer tut uns allen weh? CDU und SPD! Wahltag ist Zahltag – Kurswechsel für die Gesundheitspolitik!

Originalartikel von Freie Ärzteschaft e.V.
V.i.S.d.P. Martin Grauduszus, Bergstr. 14 , 40699 Erkrath

(Quelle: Dr Proll)

Der Text ist gut verständlich und der Inhalt spricht mich an, deshalb habe ich diesen Artikel hier vorgestellt.

Die Sprache der Politiker kann man als normal gebildeter Mensch eh nicht mehr verstehen, die sprechen eine mir unverständliche Sprache, die ich auch nicht hören will.

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Günter Schütte, 09.07.2009@23:49 # 1

Der Text ist zutreffend und wirklich gut verständlich. Aber er untertreibt sogar noch. In Wirklichkeit erhält der Hausarzt für den Hausbesuch in den meisten Fällen gar nichts mehr. Das liegt an der Pauschalisierung.

Als Beispiel: Wenn ein Patient im Quartal zweimal in die Praxis des Hausarztes kommt und eine chronische Krankheit hat, ist die Pauschale ausgefüllt, jede weitere Leistung ist kostenlos für die Krankenkassen.

Dasselbe gilt für die Hausbesuche. Ab dem zweiten Hausbesuch werden nur noch die Wegegebühren bezahlt, und die sind so mager, dass kein Taxi dafür fährt.

Einige Leistungen sind dagegen vom Budget ausgenommen: Dazu zählen z.B. Vorsorgeleistungen.

Es ist also »rentabler«, einen putzmunteren 95jährigen zur Krebsvorsorge in die Praxis zu bestellen als seinen schwer kranken, 85jährigen Nachbarn jede Woche zu Hause zu besuchen.

Das gegenwärtige Honorarsystem fördert die Jagd auf den »gesunden Kranken«, wenn man als Arzt in dem System einigermaßen überleben will.

Nicht nur die Hausarztmedizin, sondern die gesamte Medizin, auch die Spezialisten, beschäftigen sich lieber mit überflüssigen Kontrollen und Vorsorgen, anstatt wirklich Kranke zu betreuen.

Würden wir anders handeln, gingen wir pleite.

Welcher Dichter sagte noch: »Ist es Wahnsinn, so hat es doch Methode?«

Ich darf Sie aber dennoch beruhigen: Es gibt noch genug Ärzte, die dem ganzen bürokratischen Regelungswahn trotzen und das Wohl Ihrer Patienten an die erste Stelle setzen. Aber: Es wird immer schwieriger.

MfG

Günter Schütte

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