Jede Depression wird besser, sofern man sie überlebt †

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Gedankenkarussell und/oder Abwärtsspirale

Manche Wörter sehen mit der Neuen Rechtschreibung total scheiße aus.

Neben gestresst und Nudelholz, meine beiden aktuellen Lieblingswörter …

Komme gerade von meiner Therapeutin und kann mich kaum erinnern, was sie mir genau gesagt hat (hoffe, das kommt noch). Zumindest geht bzw. ging es mir nachher genauso scheiße wie vorher. Ich wage zu bezweifeln, ob ich das nun mit Gut bewerten sollte …

Nächste Woche habe ich wieder einen Termin.

Was ich mir wünschen würde, werde ich hier nicht schreiben. Das bleibt in meinem Kopf und kommt nicht in mein Blog. Eine gewisse Privatsphäre sollte man sich bewahren.

Keine Sorge, es ist nichts positives. Ach, wie mag ich meinen Zynismus …

Ich habe Stimmungsschwankungen im unteren Bereich und auch heftige Schwankungen im Antrieb, daran will ich mich nicht gewöhnen müssen und habe noch etwas Rest-Hoffnung, dass das auch nicht so bleibt. So etwas ist tatsächlich echt anstrengend.

Habe ich schon erwähnt, dass ich total unfähig bin zu Leben? Ich schaffe es aber, mit teilweise großer Anstrengung, zu Überleben – nur wo ist da der Vorteil für mich … Es macht nicht mal Spaß, weil ich dieses Gefühl nicht mitbekomme.

So jetzt mache ich mich auf die Suche, nach einem Ausschalter für mein Gehirn, vermutlich erfolglos.

Mehr schreibe ich jetzt nicht, sonst kommt nur noch mehr verwirrendes Zeug aus meiner Tastatur.

Ich wollte meinen Besuchern nur einen kleinen Einblick in mein kaputtes Hirn geben – viel Spaß beim Lesen. Die Kranken können das vermutlich verstehen, die Gesunden müssen hier ja nicht lesen.

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Steffino, 13.08.2010@12:25 # 1 -

Als es mir schlecht ging (inkl. Panikattacken) hat mir hinsichtlich des Abschaltens der Gedankenspirale dieses Buch geholfen: www.amazon.de/Zen

Ines, 13.08.2010@12:29 # 2 -

Ich suche auch vergeblichst noch nach dem Ausschalter für mein Gehirn und ich kann dich gut verstehen. Als ich in der Klinik Gespräche hatte wusste ich hinterher auch nicht mehr worum es ging. Glaubst du das ist Verdrängung weil das Gespräch nicht so lief wie man es sich gewünscht hätte?

psychoMUELL, 13.08.2010@12:40 # 3 -

Keine Ahnung, manchmal weiß ich gar nicht, was die von mir will. Ich höre zu, es ist interessant und logisch … Ich habe den Eindruck, ich verstehe sie, aber ich kann es nicht umsetzen – weil es nicht geht. Und das verstehe ich nicht.

Mir fällt dann nur ein, ich bin zu blöd für Therapie.

Momentan ist es eh alles durcheinander, aber ich bekomme mit, dass es abwärts geht, ob das jetzt ein Vorteil ist, bin ich absolut nicht sicher.

ilana, 13.08.2010@15:27 # 4 -

Naja Theorie und Praxis sind nun mal zwei Dinge (jetzt wegen dem nicht umsetzen können).

Ich bin in der Theorie was Traumatherapie angeht sicher fitter als mein Thera – aber umsetzen ist einfach ganz was anderes – und da brauch ich ihn noch sehr – und er überrascht mich immer wieder.

In dem Prozess ist die Theorie – nun ja – leere Worte – weit weg und sehr hoch. Weil ich mit elementaren beschäftigt bin – mit den Gefühlen, den Täterintrojekten usw.

Depri-Blogger, 13.08.2010@17:42 # 5 -

Was Gedankenkarussele angeht, habe ich mal gehört, dass dagegen eine Achtsamkeitstherapie helfen könnte. Vielleicht kannste da mal in die Richtung blicken.

Gerhard, 13.08.2010@17:46 # 6 -

ja, natürlich verstehen ich (Kranker) dich und gerade, weil es mir die letzten 2 Monate ähnlich schlecht ging.
Jetzt bin ich wieder ein wenig besser dran und kann dich nur bitten, nicht allen Gedanken und Gefühlen, die so ein Abgrund dir einflüstert, zu folgen.
Leider ist es einfach zu sagen, all diese dunklen Gefühle und Gedanken sind nur ein Ausdruck der Depression, denn als ich drin steckte, habe ich auch nicht verstanden was andere mir sagen wollten.

psychoMUELL, 13.08.2010@17:48 # 7 -

Leider stecke ich ständig in der Depression und komme da überhaupt nicht raus.

Steffino, 13.08.2010@18:00 # 8 -

@Depri-Blogger yup…

@SuMu das ist die Natur der Depression – in seinen Gedanken festzustecken, d.h. mit ihnen stark identifiziert zu sein und sie für wahr zu halten.

Eine weitere Empfehlung bez. Zen ist die Autorin Pema Chödrön www.amazon.de/Wenn

Therapie habe ich auch mal ausprobiert, habe aber gemerkt dass dieser Weg nicht für mich geeignet ist – m.E. ist die große Gefahr dabei, sich immer weiter in Gedankenwelten zu verstricken (seine eigenen / die des Therapeuten) – das soll selbstverständlich nicht heissen, dass Therapie nicht hilfreich sein kann. Aber sie rührt das Grundproblem nicht an…

psychoMUELL, 14.08.2010@06:29 # 9 -

@Steffino
Mit einer depressiven Phase könnte ich leben, die ist irgendwann zu Ende, nicht mit einer dauerhaften Depression mit nur Schwankungen.

Dein letzter Satz ist interessant.

— Ines, 14.08.2010@09:37 # 10 -

Susanne, wie war deine Überlegung bzgl. der Elektrokrampftherapie (oder wie die hieß) denn ausgefallen? Hast du dich bewusst dafür oder dagegen entschieden? Vielleicht wäre das ja doch mal eine Überlegung wert?

psychoMUELL, 14.08.2010@09:41 # 11 -

Bisher bin ich noch gegen die EKT, wenn sie nicht wirkt, habe ich keine Option mehr. Nur noch die Letzte. Ja, ist schon nahe an einem Widerspruch, ich weiß.

Mein Psychiater ist auch nicht davon überzeugt, er hat 2 Patienten, denen es nicht länger geholfen hat, bzw. die jetzt wieder sehr depressiv sind.

Frau Wolkenlos, 14.08.2010@21:19 # 12 -

Ich frag’ mich immer wieder wo eigentlich die Ursachen für diese scheiß’ Depressionen liegen.. Läuft da was im Kopf schief, ist der Auslöser ein Trauma aus der Vergangenheit und wenn ja wie kann ich damit umgehen? Mensch Susanne, ich verstehe Dich nur allzu gut. Ich bin schon seit Wochen extrem fix und alle. Ich warte eigentlich nur noch auf den Super Gau.

Alles was ich machen muss, ist mit einem Riesen Kraftaufwand verbunden. Ehrlich gesagt bin ich auch nur »bedingt« in der Lage die »Ratschläge« meines Therapeuten umzusetzen. Zum Glück befinde ich mich nicht Tag für Tag in dieser Abwärtsspirale. Es gibt auch Tage in denen es mir relativ gut geht, wo ich sogar denke ich bin gesund. Dann falle ich wieder in dieses Endlos – Loch und fühle mich wieder einmal schrecklich. Wenn ich wenigstens diese Grübeleien abstellen könnte..
LG

Depri-Blogger, 14.08.2010@22:09 # 13 -

Bevor ich EKT anwenden würde, würde ich noch mehr auf dem Alternativen Markt gucken. Meditation soll helfen. Oder diese angesprochene Achtsamkeitstherapie. Oder Akkupunktur. Hast du diese Sachen auch mal probiert?

psychoMUELL, 15.08.2010@08:11 # 14 -

@Frau Wolkenlos
Ich kenne keine Tage, an denen es mir auch nur annähernd gut geht, das macht die ganze Sache für mich sehr schwierig.

Ich will mich auch nicht wirklich damit abfinden, dass ich nie gut drauf sein werde – weil ich eben schon zu lange Depressiv bin.

Realistisch wäre es, das ich vielleicht nur mal minimal bessere Stimmung haben könnte, das reicht mir nicht wirklich.

Du kannst wenigstens darauf zurückgreifen, dass du gute Tage hast und auch kennst. Wenn du so deutliche Schwankungen hast, solltest du deinen Doc mal auf einen Stimmungsstabilisator ansprechen.

Depressionen haben verschiedene Ursachen, meist ein Paket aus Vererbung, Umwelt (Kindheit) und negativen Erfahrungen, Schicksalsschläge, Stress.

@Steffino
die Bücher sehe ich mir gerne später mal an, wenn ich etwas besser drauf bin. Bücher lesen fällt mir in der Regel etwas schwer, denn wenn ich den dritten Satz gelesen habe, habe ich den ersten schon wieder vergessen

Fischkopp, 16.08.2010@17:32 # 15 -

Wie kommt man eigentlich in diese Schiene? Z.B. Früher Tod enger Angehöriger, 2 Scheidungen, Verlust der Tochter, Firmenpleite, 1/2 Million Schulden, Insolvenz, sozialer Abstieg, gesellschaftliche Ausgrenzung, Verlust der Freunde, Krankheit, EU-Rente mit 55 – das soll es dann wohl gewesen sein. Oder kann noch mehr ertragen?
Mein Stimmungsbild schwankt zwischen restlichem Kampfeswillen und Lethargie, Grübelzwängen. Aber ich nehme die Krankheit als gegeben hin und versuche sie unter Kontrolle zu halten.

psychoMUELL, 16.08.2010@17:35 # 16 -

Willkommen im Club!

Gedanken und Gefühle kann man bedingt unter Kontrolle halten, keine Ahnung warum.

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