Jede Depression wird besser, sofern man sie überlebt †
Stress und Frust!
Wenn ich hier im Blog wenig persönliches schreibe, dann bin ich meist recht gefrustet und mies drauf.
Ich kann im Blog nicht detailliert über das schreiben, was ich möchte, obwohl ich gerne würde, etwas Selbst-Zensur muss leider sein.
Nächste Woche muss ich endlich wieder meinen Antrag auf Weitergewährung meiner befristeten Erwerbsminderungsrente stellen. Ich denke zwar ab und an darüber nach, dass ich mir schon vorstellen könnte, wieder arbeiten zu gehen, aber mit 45 Jahren und mit Vorgeschichte befristete Rente und Depression, ist das leider unrealistisch.
Wäre ich doch bloß ein Träumer …
Versuchsweise habe ich einige Male eine Bewerbung per E-Mail abgeschickt, bisher nur Absagen. Nicht mal ein Nebenjob erhalten. Kann ich auch verstehen, welcher Arbeitgeber stellt eine Depressive ein …
Nein, ich will nicht so Jobs wie Putzen oder Schraubensortieren, das wäre für mich der totale Untergang.
Da könnte ich mich jetzt noch schön rein steigern, hätte ich mich damals besser um eine Beamtenlaufbahn gekümmert – dann hätte ich schön ausgesorgt. Dumm gelaufen.
Ausreichend Antidepressiva habe ich erfolglos getestet, Therapie habe ich schon gemacht, auch ein langer Klinikaufenthalt von 8 Monaten – ich bin immer noch depressiv und scheisse drauf.
Psychiater können mir auch nicht helfen (Pillen habe ich alle durch), alle 3 Wochen gehe ich noch zu Gesprächen (Psychotherapeutin Ambulanz), aber wozu eigentlich …
Ich denke nicht, das mir noch was hilft. Ich muss mich damit abfinden depressiv zu sein und wohl zu bleiben, aber ich kann es nicht.
Genau dieser Widerspruch scheint mich am Leben zu halten.
Mein Befinden ist alles andere als auch nur annähernd gut, nebenbei darf man sich dann noch mit Existenzängsten herumschlagen.
Was hält mich am Leben? Mein Überlebenswille? Oder warte ich nur darauf, das es zu Ende geht?
Das Leben ist im Fluss, in Bewegung und ich komme nicht mit. Nein, ich kann mein »Leben« leider nicht ändern, sehr kleine Anpassungen vornehmen, mehr leider nicht. Das reicht nicht.
Mir ist mein Leben zu stressig und zu anstrengend. Blog schreiben hilft mir momentan auch nicht mehr wirklich, es entlastet nicht mehr, es zieht mich höchstens runter.
Wenn ich mein Geschreibsel lese, meine Depression einige Jahre zurückverfolge, bekomme ich das kalte Gruseln. Das ist kein Leben. Es ist nur ein Überleben. Es war bis heute nur ein Kampf und ich befürchte, so wird es weitergehen.
Wo ist die Leichtigkeit des Lebens, die fehlende Lebensfreude verhindert, dass ich Leben positiv spüren kann. Nur negative Nachrichten und negative Erfahrungen, es klappt leider nicht, mir mein Leben schön zu denken.
Die sehr wenigen positiven Momente halten nur kurz an und verflüchtigen sich dann. Ich bin nicht zum Leben geschaffen, zum ständigen Kämpfen habe ich allerdings auch keine Lust mehr. Das ist zu anstrengend.
Vielleicht sollte ich mein Blog schließen und es nur noch als Archiv bestehen lassen.
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Was du schreibst, das kenne ich. Es geht mir genauso momentan. Ich bin noch nicht einmal 30 Jahre alt, bin zwar berufstätig – habe aber ansonsten die gleiche Sicht.
Wenn es einen Knopf gäbe, den ich drücken könnte, und dann wär es vorbei – ich würde ihn drücken, auch in den positiven Momenten.
Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass ich es höchst schade fänd, würdest du dein Blog schließen! Tu es bitte nicht. Du bist nicht allein!
Hi,
tut mir sehr leid wie es dir im Moment so geht. Im Moment habe ich eher das Gefühl, dass ich aus diesem Depri-Loch rauskomme. Du solltest unbedingt Sport ausprobieren. Sport kann sehr helfen. Meine Erfahrung. Oft kam ich mit Joggen wieder aus solchen wie du beschriebenen Löchern raus. Die Depression löst sich nicht 100 Prozent auf, aber meist sind 90 bis 95 Prozent weniger da. Hast du schon über alternative Medizin nachgedacht? Ich denke gerade an Reiki, Hypnose oder Selbsthypnose, Achtsamkeitstherapie, eventuell Akupunktur, chinesische Heilkräuter…nach.
Es ist gut, dass du dich nicht aufgegeben hast. Du solltest gegen diese Depression auch vorgehen, wenn du dich im Moment nur beschissen fühlst und alles hoffnungslos erscheint. Die wenigen guten Momente in deinem Leben sind ein Hoffnungsschimmer. Wann kommen diese Momente? Vielleicht kannste sie ja mehren.
Diesen Blog musste ja nicht schliessen. Ich denke, es gibt ja immer die Möglichkeit durch Anregung von anderen, aus der Misere rauszukommen. Zumindest aus dem gröbsten.
Ich wäre wirklich sehr betrübt, wenn du deinen Blog nicht mehr weiterfürhren würdest. Das Thema wurde hier vor kurzem schon einmal angesprochen, nämlich (relativ) anonym bloggen über einen Bloghoster. Es hilft ;-)
@Petra
momentan geht es mir mehr darum, dass ich keine Lust mehr habe, über meine Depression zu schreiben und meine Artikel zu lesen. Es bringt mir nichts, vor allem dann nicht, wenn ich das ganze Zeug noch mal lese – dann lese ich nur, dass ich mich nur immer weiter mit meiner Depression quäle … Wozu?!
Ich werde sie nicht los. Mit ihr leben will ich nicht, muss ich aber. (mit dem Fuß aufstampfe) ;-)
Vielleicht mache ich eine kurze Blogpause^^.
Hallo Susanne,
ich kann sehr gut nachempfinden, wie es Dir geht, denn mir geht es nicht anders. Zur Zeit setze ich alle Hoffnung auf eine stationäre Therapie, aber nicht in der Klinik, in der ich schon viele Monate verbracht habe. Damit halte ich mich seit zwei Monaten über Wasser. Keine Ahnung, was ich machen würde/werde, wenn es ein ähnliches Fiasko wie der letzte Klinikaufenthalt wird…
Sei froh, daß Du keine Beamtin bist! Dann hätten sie Dich auch schon längst in Pension geschickt. Im Gegensatz zur Erwerbsminderungsrente wird bei Beamten allerdings nicht hochgerechnet, was Du bis zur Altersrente noch hättest verdienen und einzahlen können, sondern es wird die niedrigste Pension gezahlt! Denn die ersten 18 Jahre als Beamter bleibst Du pensionstechnisch in der niedrigsten Kategorie, erst danach steigt Dein Pensionsanspruch zunächst langsam und kurz vor der Altersgrenze mit zunehmender Geschwindigkeit an. Ich verfolge dieses Thema seit Jahren bei einem Bekannten meines Mannes, den sie lieber heute als morgen in Pension schicken würden und der sich aus o.g. Gründen mit Händen und Füßen dagegen wehrt. Jedes Jahr, das er noch durchhält, ist bares Geld für ihn – auch wenn es teuer erkauft wird. Und er geht inzwischen auf die 60 zu…
Ich wünsche mir, daß Du Deinen Blog nicht aufgibst! Ich denke, es ist nicht nur für mich wichtig zu erfahren, daß ich mit meinen Problemen und »Therapieversagern« – seien sie medikamentös oder psychotherapeutisch – nicht alleine bin!
Hallo Solveig
wer hat dir denn die neue Klinik empfohlen? Oder hast du diese durch Zufall selber gefunden? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass alles andere als eine Depressions-Fachstation noch mehr helfen könnte ..
Hallo Susanne,
zum einen hat mir die Klinik eine ärztliche Psychotherapeutin genannt, die ich um Hilfe bei der Suche nach einer Klinik gebeten hatte. Dann sagte mir der Sozialpädagoge bei meinem letzten Klinikaufenthalt aus dem Stand, daß diese Klinik mit meiner Krankenkasse einen Kooperationsvertrag hätte. Zusätzlich habe ich mir neben der Homepage der Klinik auch eine Seite mit Klinikbewertungen angesehen, auf der diese Klinik hervorragend abschnitt. Sie bekam bei 27 Bewertungen 5 von 6 möglichen Punkten. Zum Vergleich: meine bisherige Klinik lag bei 3, andere in Foren angepriesene Kliniken bei 3 oder 4… Und ich habe mir Qualitätsberichte der Klinik angesehen, nach denen auch der langfristige Erfolg der Behandlung weit über dem Durchschnitt läge.
Ich kann Dir mehr sagen, nachdem ich dort gewesen sein werde. Die Einweisung habe ich jedenfalls schon :-)
Vielleicht haste ja schon mal davon gehört, dass einigen Schwerst-Depressiven Hirnschrittmacher verpflanzt wurden. Sie funktionieren ähnlich wie Herzschrittmacher, nur dass die elekektrischen Impluse ans Gehirn weitergeleitet werden, um die Serotoninausschüttung anzukurbeln. Im Augenblick wird sehr große Hoffnung in diese Operationsmethode gesetzt und weitere Studien folgen noch. chirurgie
ja ist mir bekannt und ist sehr experimentell und ich denke nicht, dass das was für mich ist. Meine Depression lässt sich lebensgeschichtlich erklären. Meine Kindheit war nicht sehr optimal, da ist vieles auf der Strecke geblieben und auch mit einem Hirnschrittmacher, kann man das nicht wieder hin biegen ;-)
Wie du weisst sind ja viele Depressionen bei Menschen durch Belastungen in der Lebensgeschichte ausgelöst wurden. Da geht mir nicht anders als dir. Allerdings mit Zeit entwickeln sie ein Eigenleben und der ursprüngliche Auslöser tritt immer mehr in den Hintergrund. Selbst wenn alles top in meinem Leben verlief, bekam ich schlimme Depressionen. Nach meiner Auffassung probierste nicht genug aus, um aus diesem Schmermut rauszukommen. Bisher las ich nur, dass du Antidepressiva genommen hast, aber nichts darüber, dass du Sport gemacht hast oder alternative Heilverfahren wie Selbst- und Fremdhypnose nutztest. Wenn all das nichts hilft, kannste immer noch Ärzte ansprechen wegen der Hirn-OP ansprechen und wegen dem Hirnschrittmacher. Irgendwie versuchste auch nicht sich gegen dieses dunkle Loch zu stemmen. Ich weiss wie schwierig dies ist, aber es gibt keine andere Alternative, als etwas zu tun, auch wenn das schwarze Loch einen wieder reinziehen will.
Ach weißt du, ich habe sehr viel ausprobiert (u.a. mehrere Klinikaufenthalte und Therapien), ich war auch mal sportsüchtig ;-) , irgendwann ist man es Leid, immer gegen Windmühlen anzukämpfen.
Ich kann nur leben, wenn ich überwiegend gut drauf bin, was ich aber nicht annähernd bin. Von experimentellen Methoden nehme ich allerdings Abstand, auch lasse ich mir meine wenigen Gehirnzellen nicht durch Strom (EKT) zerschießen.
Ich muss nicht ständig kämpfen müssen - Irgendwann reicht es einfach.
Hat dir der Sport nicht geholfen?
Und ich verstehe nicht, warum du nicht experimentelle Methoden anwenden willst. Komischerweise sind die Menschen immer sehr schnell dabei, wenn sie Antidepressiva schlucken sollen. Antidepressiva versprechen ein schnelles Glück ohne viel Arbeit. Aber wie du gemerkt hast, ist dieses Glück bei dir nicht existent. Was mir auch bei Depressionen hilft ist buddhistische Meditation, wo ich ein bestimmtes Mantra immer wiederhole und aufsage. Ist wie so ein Sprechgesang. Wenn du magst, könnte ich dir per Mail paar Infos dazu geben. Ehrlich gesagt finde ich es echt blöd wie du dich selbst aufgibst, dabei hast du noch deine Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Deine eingeschränkte Sichtweise verbaut dir den Weg zu einem glücklicheren Leben. Mein Freund Seb. war auch sehr depressiv, er hat beide Eltern in jungen Jahren verloren und hat durch den Buddhismus neuen Lebensmut gefunden. Ich bin gerade dabei mein Lebensmut wieder zu entwickeln und auszubauen und mir wird immer klarer wie ich es schaffen kann.
Hallo Susanne !
Ich wünschte ich könnte dir helfen…
du sagtest ja das die Depression bei dir Lebensgeschichtlich ist ..
hat man bei dir organische Ursachen ausgeschlossen ?
Was sagen die Ärzte bei dir. Tut uns leid wir können leider nicht helfen…
ich meine es muss doch Lösungsansätze noch für die geben.
Irgendetwas hilft doch immer. Resistente Fälle gibt es doch noch sehr
selten.
Hat man bei dir den Medikamentspiegel untersucht ? hast du
die Hochdosistherapie bei Fr. Dr. Woggan ausprobiert ?
Mir hat oder hilft die kombinerte Behandlung bei einer TCM-Ärztin
mit Akkupuntur und Kräuter sehr.
Ich kann dir diesen Strohalm nur ans Herz legen . Hat wohl in Israel gute Erfolge ohne Narkose. www.meb.uni nennt sich Tiefen-Tms die suchen
noch Teilnehmerl
Wenn bei mir nichts anschlagen würde, würde ich alles erdenkliche
Versuchen. Auch du schaffsts es …
Ansonsten bestell dir Acetly-l-Carnitin zusätzlich morgen 1000mg
das wirkt antriebssteigernd… und zusätzlich L-Tyrosin.
Rosenwurz (Lentaya) Apotheke ist billig versuche mit einer Kapsel zu beginne und steiger bis auf 3 am Tag…
du siehst es gibt noch viele Möglichkeiten…
Alles Gute für Dich…
Hallo Wo-ist-deine-Kämpfernatur?,
alternative Heilverfahren können gerade bei psychischen Erkrankungen furchtbar nach hinten losgehen! Der Grund ist ziemlich einfach: die Anbieter haben in aller Regel keine Ausbildung, die ihnen das Auffangen des Patienten ermöglicht, wenn die Behandlung Krisen auslöst! Um Psychotherapeut zu werden, braucht man ein mindestens viereinhalbjähriges Studium der Psychologie oder der Medizin UND ZUSÄTZLICH eine mehrjährige Ausbildung, bis man Patienten behandeln darf! Dazu kommt die ständige Supervision.
Die Ausbildung zum Heilpraktiker dauert dagegen gerade mal ein bis drei Jahre – zum Heilpraktiker für Psychotherapie i.d.R. kürzer! Hinzu kommt, daß ein Psychotherapeut auf Kassenkosten nur Verfahren anbieten darf, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Dieser Nachweis fehlt bei den Behandlungen, die Heilpraktiker anwenden. Ist ja auch logisch: warum sollte ich Geld für etwas ausgeben, das ich an anderer Stelle auf Kosten der Krankenkasse bekommen kann???
Zum Schluß noch ein Punkt: ein Psychotherapeut wird nie dem Patienten die Schuld geben, wenn seine Therapie nicht anspricht! Das sieht bei alternativen Heilern oft ganz anders aus. Dann hast Du nicht nur viel Geld für eine unwirksame Behandlung (deren Wirksamkeit wissenschaftlich nie nachgewiesen wurde!) ausgegeben, sondern trägst angeblich auch noch die Schuld für deren Versagen!!!
In diesem Sinne
Solveig
An Solveig
Es gibt auch Diplom- Psychologen die z. B. Heilhypnose gegen Depressionen anbieten. Meine Tagesklinik bietet z. B. bietet Akupunktur an. Von Schuldzuweisungen wie du es durch Heilpraktikern beschreibst, halte ich auch nicht viel. Es wäre sehr wichtig, dass Alternative Medizin neben der Schulmedizin gleichgestellt wird, damit Heilpraktiker an Universitäten professionell ausgebildet werden. Wie gesagt am besten sind natürlich ausgebildete Ärzte oder Psychologen die auch die Alternativmedizin neben der Schulmedizin anwenden.
Zum Nachlesen:
Die Seelenpfuscher: Pseudo-Therapien, die krank machen
von Heike Dierbach
Hallo Susanne, lese heute zum ersten Mal deine Kommentare. Bis Dezember 2009 hast du dich noch etwas anders angehört. Ich selbst bin 33 Jahre alt und leide seit 2006 an schweren depressiven Episoden. Ich bin (glücklich) verheiratet und habe 2 Kinder. Auch meine Kindheit war nicht immer so glänzend. Möchte momentan aber nicht näher darauf eingehen. Meine erste Depression bekam ich, als meine Tochter 4 Monate alt war. Zunächst war mir gar nicht bewußt, dass ich überhaupt depressiv sein könnte. Ging es mir doch eigentlich gut. Den Alltag mit meinen 2 Kleinen bewältigte ich mich bis dato super. Doch auf einmal ging es schlagartig bergab. Ich dachte erstmal an eine Wochenbettdepression. Mir ging es immer dreckiger. Nach einigen Monaten begab ich mich in psychotherapeutische Behandlung und nahm auch Medikamente (nach langem Probieren mit vielen Nebenwirkungen hatte ich dann etwas gefunden). Irgendwann ging es mir besser und ich setzte die Medikamente ab. Ich dachte ja an eine einmalige Geschichte. Genau ein Jahr nach der ersten depressiven Episode fing alles von vorne an. Mir ging es noch schlechter als beim ersten Mal. Hatte auch Suizidgedanken, trotz meiner wunderbaren Kinder. Erschreckend. Ich war sehr lange krankgeschrieben. Nahm auch wieder Medikamente. Die Symthome waren heftig. Absolute Antriebslosigkeit, Heulkrämpfe, angstattacken, nervöse Unruhe, Schlafstörungen u.s.w. Ich habe jeglichen Kontakt zur Außenwelt abgeschnitten. Schlimm war auch die Maskerade. Ansehen sollte mir ja auch keiner, wie es mir geht. Ich schämte mich für das was ich hatte. War ich doch für andere immer die Lebenslustige, selbstbewußte, gerne auch der psychische Mülleimer, ein Jasager. Nach ungefähr 5 Monaten ging es etwas besser. Ich ging auch wieder arbeiten. Doch lange halten die guten Zeiten eben nicht an. 2009 wechselte ich sogar die Arbeit (nach 10 Jahren). Arbeitete nun an meinem Wohnort und auch nur noch halbtags. Hoffte, dass jetzt alles besser würde. Die Arbeit machte Spaß, ich hatte mehr Zeit für mich und meine kinder. Doch bereits 2 Monate später ging der ganze Mist von vorne los. Das war im Oktober 2009. War zwischenzeitlich viele Wochen in der Klinik und bin auch immernoch krankgeschrieben. Habe jetzt erstmal einen Antrag auf EU-Rente gestellt. Hoffe es klappt und ich bekomme mal etwas Ruhe in mein Leben. Außerdem sollich auf Anraten meiner Psychotherapeutin in eine Tagesklinik und auch eine reha in Betracht ziehen mit traumatisch begleitender Behandlung. Wäre wahrscheinlich auch dir zu empfehlen. Auf Grund der Nebenwirkungen meines momentanen Medikamentes (trevilor) muss ich auch zum x-ten Mal wechseln. Vorallem die Übelkeit und der schwindel (und das jetzt seit 5 Monaten) machén mir zu schaffen. Würde mich freuen, wenn du doch noch ein bißchen schreibst. Weiß auch oft nicht wie es weitergehn soll. Aber ich darf einfach nicht aufgeben. allein wegen meiner Kinder. Liebe Grüße. Katja
Liebe Susanne,
ich habe eine ähnliche Lebensgeschichte wie du, kann dir voll nachempfinden. Seit meinem 17. Lebensjahr kämpfe ich mit den Depressionen, bin jetzt 39. Seit 8 Monaten mal wieder arbeitsunfähig. Bisher 1 missglückter Suizidversuch mit 17, danach gings rauf und runter, inzwischen 22 Jahre lang, davon 9 Jahre lang mit Bulimie. Momentan halten mich nur meine Kinder am Leben. Ich experimentiere momentan auch mit Sport und anderen Aktivitäten, aber Freude kann ich daran nicht empfinden, es ist eher eine Art Beschäftigung, um mich nicht den ständigen negativen Gedanken und Grübeleien hingeben zu müssen und nicht zu verzweifeln. Wie Du es sagst, es ist eine Art Überleben, Leben ist was anderes, obwohl ich Medikamente nehme.
Meine soziale Isolation trägt ihr Übriges dazu bei. Wenn ich an meine Eltern denke, wird mir speihübel. Ich hasse sie, vor allem deshalb, weil sie so tun, als hätten sie mit meinem Gesundheitszustand gar nichts zu tun…Wenn ich mich an meine Kindheit zurück erinnere, dann geht’s mir noch schlechter, ich versuche nicht daran zu denken und dennoch holt mich alles wieder ein…
Verrückt, dieses Leben, nicht wahr? Leider können wir uns nicht aussuchen, in welches Elternhaus wir hineingeboren werden. Es ist unser Schicksal, entweder wir schaffen es irgendwann dieses anzunehmen oder nicht. Ich kämpfe seit 39 Jahren und bin dessen müde, ich mag einfach nicht mehr kämpfen müssen. Dennoch sind meine Kinder da, ich möchte sie auf einen besseren Lebensweg führen als den meinen. Das heisst ich muss weiter kämpfen, ob es mir passt oder nicht. Ohne sie würde ich vielleicht hier nicht mehr schreiben.
Bitte gebe nicht auf, auch wenn das jetzt ein wenig seltsam klingt von einer Depressiven zu einer Depressiven.
Ich weiss nicht, inwieweit du Nähe vertragen kannst, sonst könnte man sich ja mal treffen und sich gegenseitig »stützen«, so ein paar Krücken wären doch gar nicht so schlecht, auch wenn ich nicht gleich um die Ecke wohne.
Schau gut zu dir,
Abendsonne
Hallo Kämpfernatur-zurückgewinnen,
ich habe absolut nichts gegen alternative Medizin – sobald ihre Wirksamkeit in kontrollierten randomisierten doppelblinden Studien nachgewiesen wurde! Und genau daran hapert es! Das gilt auch für Akupunktur und Heilhypnose. Der Wirksamkeitsnachweis kann weder durch Anwendung derartiger Verfahren durch Ärzte oder Psychotherapeuten ersetzt werden noch durch deren Erstattung durch Krankenkassen. Oder wärst Du damit einverstanden, daß potentiell lebensgefährliche Erkrankungen, wie es Depressionen nun mal sind, mit Placebos behandelt werden? Denn mehr als eine Placebowirkung konnte bislang bei keiner einzigen der alternativen Medizinrichtungen nachgewiesen werden…
Noch eins: aus ethischen Gründen muß(!) ein Patient, der an einer klinischen Studie teilnimmt, darüber informiert werden, daß er unter Umständen statt eines wirksamen Medikaments ein Placebo erhält. Diese wichtige Aufklärung ist bei der Anwendung alternativer Medizin aus unverständlichen Gründen nicht vorgeschrieben.
Antidepressiva wirken nach meinem Wissen auch oft nicht besonders gut. Mein Psychiater sagte mal, dass eine Gruppe Placebos bekam und die anderen Antidepressiva. Von 100 Patienten trat eine Verbesserung bei 28 ein, die Placebos nahmen. Bei den anderen wirkte sie nur bei 42. Mit anderen Worten nur 14 Prozent profitieren von Antidepressiva, was eine verschwindend geringe Zahl ist. Die anderen 86 Prozent müssen weiter leiden. Die Wirkweise von Alternativmedizin kann man oft nicht wissenschaftlich nachweisen, weil sie nicht chemisch nachweisbar ist z. B. Akupunktur, Hömopathie…Aber bei einigen treten sigfinante Verbesserungen der Lebensqualität ein und ich finde, wer heilt, der hat Recht! Für mich ist das schon der Beweis. Einige Zeit hatte ich mit Selbsthypnose gute Erfahrungen gemacht, die Wirkung ist irgendwann verpufft, genauso wie bei den Antidepressiva. Im Moment hilft mir Joggen und eine feste Tagesstruktur und Pläne in meinem Leben.
Ich finde die immer noch vielen Vorurteile gegen Alternativmedizin sind nicht berechtigt und werden nur zur Felde geführt, um Besitzstände von Psychiatern, Pharmaindustrie…zu wahren. Akupunktur wird auf längere Sicht besser, weil die Wirkung nach und nach eintritt. Die Schulmedizin ist darauf ausgelegt eine schnelle Wirkung zu erzielen, die oft nicht nachhaltig ist. Es geht nur darum, den anderen wieder wie ein Roboter funktionionsfähig zu machen. Die alternative Medizin aus China oder Tibet sieht den Menschen ganzheitlicher und nicht nur als ein Produkt von Chemie, sondern auch von Geist und Seele!
Hallo Kämpfernatur,
wenn es 28 von 100 Patienten unter Placebo besser geht, leiden in dieser Gruppe 72 weiter. Wenn es in der Verumgruppe 42 Patienten besser geht, leiden 58 weiter. 28 Patienten geht es wegen des Placeboeffekts besser und weiteren 14 wegen des Medikaments! Die statistisch zu beantwortende Frage lautet, ob das ausreichend ist, um eine Überlegenheit des Medikaments (Verum) gegenüber dem Placebo nachzuweisen!
In den wenigen Fällen, in denen alternativmedizinische Verfahren in Studien geprüft wurden, fehlte häufig die Kontrollgruppe! Anders ausgedrückt: die beispielsweise 42 Patienten, die auf das Verfahren ansprachen, wurden IMMER dem Verfahren zugerechnet, obwohl auch hier mindestens ein Teil des Heilerfolgs dem Placeboeffekt zuzuschreiben ist! Dieser Anteil ist aber mangels Kontrollgruppe nicht ermittelbar…
Ein wissenschaftlicher Nachweis hat absolut nichts damit zu tun, ob ein Effekt chemisch nachweisbar ist! Die Wirksamkeit der Akupunktur durch eine doppelblinde kontrollierte randomisierte Studie kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß der Verumgruppe echte Nadeln in die richtigen Stellen gestochen werden, der Placebogruppe entweder echte Nadeln in die falschen Punkte oder durch Verwendung von Nadeln, die nur scheinbar stechen. Die Wirksamkeit der Homöopathie ist nachweisbar, indem ein Homöopath ein Homöopathikum verordnet und der Apotheker entweder ein Verum nach Vorgaben des Verordners oder ein Placebo herstellt. Die Wirksamkeit von Akupunktur und Homöopathie ist übrigens schon in korrekten Studien untersucht worden – sie war genauso hoch wie bei den verwendeten Placebos…
»Wer heilt, hat recht« ist ein beliebtes Argument für die Alternativmedizin. Allerdings wird dabei gerne übersehen, daß viele Patienten mit Placebos einer Therapie entzogen werden, deren Wirksamkeit nachgewiesenermaßen über der von Placebos liegt! Bei Erkältungen oder ähnlichem mag das ja noch okay sein, aber bei (potentiell) lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Depressionen oder Krebs wird das Ganze kriminell.
Ich muß ganz ehrlich sagen, daß ich von Antidepressiva ebenfalls nicht viel halte. Für mich sind das sehr teure Placebos, die für mich noch nicht mal eine Placebowirkung haben oder hatten. Ich habe seit geraumer Zeit den Verdacht, daß der Serotoninspiegel zwar mit Depressivität korreliert, aber nicht die Ursache für Depressionen ist. Also KANN eine medikamentöse Steigerung des Spiegels keine Besserung bringen!
Um es mit einem Beispiel zu sagen: die Schuhgröße korreliert nachweislich mit der Höhe des Gehalts! Bevor Du Dir aber größere Schuhe für Gehaltsverhandlungen kaufst, solltest Du wissen, daß beides von einem weiteren Faktor abhängt, nämlich dem Geschlecht!
Viele Grüße
Solveig
Hallo,
Kompliment zu deinem Blog, ich habe auch einen Blog zum Thema Depressionen gegründet und würde mich freuen, wenn auch andere meinen Blog lesen und kommentieren würden.
Ich denke es ist eine Hilfe für alle sich auszutauschen, zu diskuttieren und sich tipps zu geben .
Hallo Sabine,
ich bin gerade einmal 21, aber sehe meine Zukunft kaum anders. Pillen habe ich auch schon alle durch und Therapie schlägt nicht an. Nichtmal stationär.
Meine Ärztin war schon so verzweifelt, dass ich ADHS Medikamente probieren durfte, hat kaum was gebracht.
Hast du schoneinmal versucht deine Negative Energie mittel Musik umzuwandeln in etwas, das dir Geborgenheit gibt? Wenn sie doch eh nicht weggeht hast du nicht viel zu verlieren.
Ich empfehle da Gothic, Ambient, Neue deutsche Todeskunst und Darkwave allgemein. Die Band Sopor Aeternus hat mir immer sehr geholfen.
Naja, Lieben Gruß,
Jan
Warum kannst du hier nicht so schreiben wie du willst, was hält dich deiner Meinung nach zurück? Wenn nötig, mach einen Beitrag mit Passwort und selbiges gibst du nur auf Anfrage raus. Somit hättest das Problem gelöst.
Stress und Frust, sind für mich nur noch dann noch eine Bestandteil des Lebens, wenn das »nicht begreifen und akzeptieren« im Vordergrund steht. Wenn das etwas zu ungenau beschrieben ist in diesem Bezug, dann bitte ich um Nachsicht, mir ist die genauere Beschreibung meiner Gedanken grade nicht möglich.
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